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Der norwegische Staatsfonds mag die Credit Suisse

Der Fonds investiert gegen 30 Mrd. Fr. in Schweizer Aktien, was rund 2,4% des Börsenwertes aller Unternehmen ausmacht.

Die gegen 30 Mrd. Fr., die der norwegische Staatsfonds in Schweizer Aktien angelegt hat, waren Ende 2013 auf 130 Aktien verteilt. der investierte Betrag entspricht etwa 2,4% der Marktkapitalisierung des Swiss Performance Index (SPI). Entsprechend müsste der Fonds in allen Schweizer Aktien diese Beteiligungsquote halten, um den Index zu replizieren. Doch die Norweger sind bekannt dafür, dass sie einen Teil der Anlagen aktiv bewirtschaften und dazu Abweichungen von den Indexgewichtungen eingehen.

Ende 2013 waren etwa die beiden Grossbankaktien übergewichtet. An Credit Suisse hielt der Fonds 4,38%, an UBS 3,22%. Ein Jahr zuvor waren die Grössenverhältnisse noch vertauscht: Da waren es erst 2,48% in CS (was etwa einer neutralen Gewichtung entsprach) und 4,04% in UBS.

Bemerkenswert: Ende 2012 hatte die CS den Norwegern ihren Bürokomplex Uetlihof verkauft (und zurückgemietet). Bei diesem Geschäft hat man sich offenbar schätzen gelernt. Jedenfalls wurde in der Folge die Position in CS kräftig ausgebaut. Im Juni dieses Jahres hat der Fonds nun gar eine weitere Beteiligungserhöhung auf 5,01% gemeldet.

Auch die Zurich Insurance war mit 3,62% markant übergewichtet, während an Swiss Re eine klar niedrigere Beteiligungsquote gehalten wurde.

Nestlé grösste Aktienposition

Nestlé ist zwar die grösste Aktienposition im Fonds, doch mit einer Beteiligungsquote von 2,73% liegt sie nicht wesentlich über dem Durchschnitt. Novartis und Roche, ebenfalls wichtige Positionen, werden gar untergewichtet.

Auffällig ist, dass 2013 Beteiligungen wie Emmi, Forbo, Gategroup, Georg Fischer und Valora deutlich ausgebaut wurden, während die Anteile an den grossen Standardwerten eher zurückgingen. Das deutet darauf hin, dass die Portfoliomanager des Staatsfonds eine Überperformance der Mid- und Small-Cap-Aktien antizipiert hatten. 2014 wurden einzelne Beteiligungen allerdings bereits wieder etwas reduziert (etwa Georg Fischer und Gategroup), wie Meldungen bei der SIX Swiss Exchange zeigen.

Mit dem aggressiven Beteiligungsaufbau im Solarunternehmen Meyer Burger im Verlauf von 2013 zeigt der Staatsfonds auch, dass er es manchmal gerne spekulativ mag. Auch hier wurde die Position mittlerweile auf unter 3% reduziert. Auffällig ist ferner, dass in den performancestarken Werten Sika und Schindler Positionen von klar unter 1% gehalten werden. Hier mag die duale Aktienstruktur mit Stimmrechtsaktien abschreckend auf den Staatsfonds wirken.