Märkte / Makro

«Der Optimismus ist nicht gerechtfertigt»

Der US-Ökonom Nouriel Roubini erläutert im Interview mit «Finanz und Wirtschaft», warum er von einer Verschlechterung für die Weltwirtschaft ausgeht.

Interview: Elisabeth Tester und Philippe Béguelin

Nouriel Roubini erwartet zwar eine weitere Verschlechterung der Weltwirtschaft, möchte aber nicht als Dr. Doom bezeichnet werden, sondern als Dr. Realist. Er betont: «Finanzkonstrukte und Rettungsschirme lösen das Europroblem nicht, das ganze System muss reformiert werden.» Und das sei ein langwieriger und schmerzhafter Prozess. Der New Yorker Wirtschaftsprofessor weilte auf Einladung von EFG Financial Products in Zürich und traf «Finanz und Wirtschaft» zum Gespräch, bevor er ans World Economic Forum in Davos reiste.

Herr Roubini, in der Eurozone – ausser in Portugal – hat sich die Lage entspannt, die Renditen von Staatsanleihen Italiens und Spaniens sind gesunken. Ist die Zuversicht gerechtfertigt?
Nein, der Optimismus ist nicht gerechtfertigt. Während des ganzen letzten Jahres hatten wir an den Finanzmärkten abwechselnd Risk off und Risk on, hervorgerufen durch Schocks und entsprechende Korrekturen, sowie Phasen höherer Risikobereitschaft. Die Probleme der Eurozone führen zu einer Rezession, die Unruhen im Nahen Osten halten den Ölpreis hoch, die USA haben gravierende fiskalische Probleme, und in China könnte es eine harte Landung der Wirtschaft geben. Es gibt weltweit viele Quellen von Tail Risks, von extremen Risiken. Seit einigen Wochen gehen die Märkte nach oben, und das Vertrauen ist gestiegen, aber das wird nicht von Dauer sein.

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