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Der Praktikus vom 14. März 2018

Die Themen: Portfolios bauen in Theorie und Praxis, Sensirion wie VAT, Geberit und das Akquisitionsrisiko, BKW und die Energiewende, und ein Fauxpas von Ueli Maurer.

«Ich habe meine Fehler, und ich bin weit davon entfernt, perfekt zu sein.»
Tiger Woods
Golfspieler (*1975)

Lieber Investor

In der Theorie funktioniert die Geldanlage so. Der Investor schätzt ab, wie risikofähig er ist. Dann stellt er aus verschiedenen Anlageklassen – Cash, Anleihen, Aktien etc. – ein Portfolio zusammen, das die höchste Rendite für ein bestimmtes Risiko verspricht. Reicht der erwartete Gewinn nicht aus, wird er konsequenterweise einfach grössere Risiken eingehen (müssen), um das Renditeziel zu erreichen. In vielen Fällen läuft es darauf hinaus, dass der Investor die Aktienquote erhöht.

Aber wie der US-Fondsmanager John Hussman in seinem neuesten Brief an die Anleger sehr eloquent darlegt, wäre gerade jetzt der blödeste Zeitpunkt, zum Beispiel den US-Aktienindex S&P 500 zu kaufen. Denn wer Rendite sucht und ergo blind aufgrund der Theorie den Aktienanteil erhöht, missachtet das aktuelle Bewertungsniveau (ein Lieblingsthema von Hussman). Hussman glaubt, dass bei der aktuellen Bewertung zehn bis zwölf Jahre negative Renditen eingefahren werden und nicht etwa die langfristige Rendite von etwas über 6% pro Jahr von US-Aktien, die oft in die einfacheren Modelle einfliesst. Konsequenterweise würde er den S&P 500 nicht zusätzlich ins Portfolio nehmen, es sei denn, der Horizont ist entsprechend lang. «High Risk, Low Expected Return», urteilt Hussman über den US-Aktienmarkt. Food for Thought – oder wohl eher ein Argument für Cash, dessen Potenzial für künftigen Gewinn gemeinhin unterschätzt wird.

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