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Der Praktikus vom 11. Dezember 2021

Die Themen: Was António Horta-Osório nun tun könnte, womit sich VW-Chef Diess herumschlagen muss, bessere Luft bei Poenina, die Hürden für Zur Rose, und GameStop ist ein Videospiel.

«Wenn mir jemand sagt, sein Wort sei so gut wie seine Unterschrift, dann nehme ich immer die Unterschrift.»
Alain Delon
franz.-schweiz. Schauspieler (geb. 1935)

Liebe Investorin, lieber Investor

«Travelgate» bei CS: Verwaltungsratspräsident Sir António Horta-Osório ist erwischt worden, wie er die Schweizer Quarantänebestimmungen missachtete und im Firmenjet der Credit Suisse zwischen London, der Schweiz und Iberien hin und her flog, obwohl er wusste, dass sein Antrag auf eine Ausnahmebewilligung keine Chance hatte. Die Schweiz ist nicht China, und AHO ist nicht Jamie Dimon. Der JPMorgan-Chef hat kürzlich eine Sonderbewilligung für einen Kurztrip nach Hongkong erhalten.

Am Paradeplatz geht es aber offenbar zu und her wie immer. Die Spitzenmanager sind keine Vorbilder, sondern Lausbuben, die davon ausgehen, dass die Regeln nur für die anderen gelten. Zu allem Übel hat Sir António bei seiner Entschuldigung erklärt, die Vorschriften unabsichtlich gebrochen zu haben. Ich weiss nicht, wie man aus Versehen in ein Flugzeug steigt.

Sir António auf Abwegen

Doch es geht nicht einmal um Absicht oder nicht, es geht auch nicht darum, ob Quarantänebestimmungen widersprüchlich oder sinnvoll sind. Relevant ist, dass ein gewöhnlicher Angestellter der CS bei einem solchen Fehler mit einer schriftlichen Verwarnung, möglicherweise auch mit einer Bonuskürzung rechnen müsste. Und Sir António? Da bin ich sehr erleichtert, dass Horta-Osório letzte Woche an einer Bankenkonferenz in London eine neue Vergütungspolitik bei CS angekündigt hat.

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