Unternehmen / Praktikus

Der Praktikus vom 11. Januar 2020

Die Themen: dem Sika-CFO ist langweilig, Warten auf Vifor in China, ungutes Gefühl bei Logitech, Selecta holt IPO-Know-how, und Stadler Rail in der Beweispflicht.

«Ein wahrer Diplomat ist ein Mann, der zweimal nachdenkt, bevor er nichts sagt.»
Winston Churchill
brit. Staatsmann (1874-1965)

Lieber Investor,

Kaum hat das Jahr begonnen, muss ich mich wieder über Banken mokieren. Julius Bär meldet, in Genf sei ein Verfahren gegen sie eingeleitet worden. Streitwert: 335 Mio. € plus Zinsen seit Dezember 2011. Der Kläger wirft Julius Bär vor, sie habe vor rund zehn Jahren nicht verhindert, dass zwei Kunden Vermögenswerte einer litauischen Gesellschaft veruntreut hätten, die in Konkurs ging. Ein pikantes Detail: Der Kläger ist vor dem litauischen Gericht im Oktober 2018 letztinstanzlich abgeblitzt.

Ich bin zwar kein Jurist, aber ich hätte erwartet, dass die Erfolgschancen in Litauen grösser sind als in der Schweiz. Aus diesem Grund gehe ich eigentlich davon aus, dass der Fall auch vor Schweizer Gerichten keine Chance hat. Dennoch lastet die Klage auf der Bank, zumal bei dieser Streitsumme davon auszugehen ist, dass sie so oder so durch alle Instanzen weitergezogen wird. Altlasten werden ihrem Namen also gerecht, sie werden innerhalb der Bank sehr alt, und sie lasten – ein Schrecken ohne Ende.

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Leser-Kommentare

Pavel Kouba 12.01.2020 - 22:13
Stadler Rail Eigentlich halte ich nicht viel von Finanzanalysten, von der UBS schon gar nichts. Aber sie bringen mich immer wieder zum Staunen. Es gibt keine Hinweise, dass Stadler Rail ihre Ziele für 2019/20 nicht erreichen sollte. Kleinere Lieferschwierigkeiten gehören zum Business und sind ein Luxusproblem. Grössere wird Peter Spuhler kaum zulassen. Ich glaube eher, beim UBS-Bericht handelt es sich… Weiterlesen »