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Der Praktikus vom 13. Februar 2021

Die Themen: Was bei Vontobel und Zurich im VR los ist, Helvetia liebt die Risiken, starke Leonteq-Aktien, das Nestlé-Cash und die alten Flughafen-Zeiten.

«Die Regierung, sogar die beste, ist nichts anderes als ein notwendiges Übel; die schlechteste ist unerträglich.»
Thomas Paine
brit.-amerikan. Publizist (1737–1809)

Liebe Investorin, lieber Investor

Wenig überrascht nehme ich von Herbert Scheidts Rücktritt als Vontobel-Präsident Notiz. Quasi eine Randnotiz zum Jahresergebnis. Leser dieser Zeitung wissen seit langem, dass Scheidt die Altersguillotine drohte. Mitglieder des Verwaltungsrats müssen beim Vermögenverwalter in dem Jahr, in dem sie siebzig werden, an der Generalversammlung zurücktreten, so das Reglement. Brav daran hält sich Vize Frank Schnewlin, der im Januar seinen runden Geburtstag gefeiert hat. Er tritt im April zurück.

Und der gleichaltrige Scheidt? Der hat sich bis 2022 Zeit ausbedungen. Wie, bleibt sein Geheimnis. Sein Amtsvorgänger war mit der gleichen Idee vor Jahren gescheitert. Zweifellos ist Scheidt ein Banker ersten Grades, sein Abschied wiegt schwer. Doch für eine Bank, die gerne betont, ihr Schicksal hänge nicht von einzelnen Führungskräften ab, ist der Aufschub befremdlich. Auch weil man annehmen müsste, dass Scheidt es in all den Jahren geschafft hat, einen Nachfolger heranzuziehen. So bleibt der Nachgeschmack einer Extrawurst, die mit meinem Verständnis von Good Governance schwer vereinbar ist.

Power à la Zurich

Und weiter geht’s mit den Verwaltungsräten. Michel Liès, Präsident von Zurich Insurance, holt Sabine Keller-Busse als neues Mitglied in den VR. Die 55-jährige Powerfrau hat gerade erst bei UBS den Sprung zur Schweiz-Chefin gemacht. Da hat sie allerhand zu tun, besonders mit der Schliessung eines Fünftels der UBS-Filialen. Doch das hält sie nicht davon ab, beim Versicherer Zurich als Verwaltungsrätin anzutreten.

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