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Der Praktikus vom 15. Juni 2019

Die Themen: Druck auf Jerome Powell, ruhig Blut bei den Immos, Schmidheiny baut ab, unerhörte Sonova-Aktien, moderne Sika und der Frauenstreik.

«Mehr, als den Staat zu humanisieren, vermag keine Politik, sonst wird sie zum Abenteuer.»
Friedrich Dürrenmatt
Schweizer Schriftsteller (1921–1990)

Lieber Investor

Fed-Chef Jerome Powell wird es schon richten. So sehen es viele Marktteilnehmer. Denn die Wahrscheinlichkeit von drei Zinssenkungen bis Ende Jahr schätzen sie auf 66%. Wenn das nur gutgeht. Im März hatten die US-Währungshüter auf keine Anpassung bis Ende Jahr hingedeutet. Am Mittwoch nun werden sie die Prognose aktualisieren. Zwar hat sich die Wirtschaft in den vergangenen drei Monaten verlangsamt, abgestürzt ist sie aber nicht.

Das schreit für mich nach Enttäuschung. Besonders weil die Aktienmärkte nahe Rekordhoch notieren und auch die Anleihenmärkte kräftig gestiegen sind. Ich sehe zwei Erklärungen für die Diskrepanz. Entweder sind die Marktteilnehmer zu pessimistisch, oder sie schätzen die Währungshüter falsch ein. Sind sie zu pessimistisch, dann werden es besser als erwartet ausfallende Daten zur Wirtschaft schon richten, und die Enttäuschungsgefahr ist beschränkt. Erhoffen sich die Investoren aber zu viel Unterstützung vom Fed, ist das Enttäuschungspotenzial gross. Powell wird am Mittwoch diese Diskrepanz aus der Welt schaffen wollen. Hoffentlich löst er dabei keinen Einbruch aus wie letzten Dezember.

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