Unternehmen / Praktikus

Der Praktikus vom 16. Oktober 2021

Die Themen: was es bei Credit Suisse gratis gibt, wer bei Nestlé und Calida gehen muss, alte DKSH-Fantasien, Versteckspiele bei Meyer Burger und warum Alitalia nun doch weiterfliegt.

«Falls Freiheit überhaupt ­etwas bedeutet, dann bedeutet sie das Recht darauf, den Leuten das zu sagen, was sie nicht hören wollen.»
George Orwell
brit. Schriftsteller (1903–1950)

Liebe Investorin, lieber Investor

Credit Suisse bietet Sonderkonditionen für alle ihre tausend Kunden, die Verluste auf ihren Anteilen an Greensill-Lieferkettenfonds erlitten haben. Die Bank hat einen entsprechenden Medienbericht bestätigt. Gestrichen werden Depotgebühren, Beratungsgebühren, Handelsgebühren etc. – «als Zeichen der Wertschätzung für diese wichtigen Kundenbeziehungen», wie die Bank schreibt.

Nun bin ich zweifellos ein Kritiker von hohen Bankgebühren, und CS gehört im Private Banking zu den hochpreisigen Anbietern. Aber was sie da tut, ist eher eine Verzweiflungstat als ein schlauer Schachzug, mit dem man Kunden beruhigen und von juristischen Schritten abhalten kann. Das Vertrauensproblem ist ungelöst, da mit dieser Vorgehensweise der Greensill-Unfall zwangsläufig ein Thema zwischen Anlageberater und Kunde bleibt. Zumindest bei der jährlichen Besprechung von Performance und Preisen.

Greensill gärt weiter

Was nichts kostet, ist nichts wert. Und schlechte Anlageberatung wird nicht akzeptabel, wenn sie gratis ist. Es mag in Einzelfällen hilfreich sein, wenn CS-Berater ihren verärgerten Kunden zumindest ein Preiszückerchen geben können. Aber ein sauberer Schlussstrich würde mich zuversichtlicher stimmen.

Der ganze Text ist für Abonnentinnen und Abonnenten reserviert. Abonnieren Bereits abonniert?

Leser-Kommentare