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Der Praktikus vom 16. September 2017

Die Themen: Credit Suisse und die Kläger, das Swiss-Re-Paradox, eine kulinarische Enttäuschung bei Richemont, Santheras Rückschlag, Potenzial bei Vifor und ein seltsamer AIA.

«Toleranz ist vor allem die Erkenntnis, dass es keinen Sinn hat, sich aufzuregen.»
Ambrose Bierce
amerik. Schriftsteller und Journalist (1842–1914)

Lieber Investor

Die Grossbank Credit Suisse bringt mich immer wieder ins Grübeln. Am Freitag hat sie bekannt gegeben, dass sie den Hypothekenstreit mit dem US-Versicherer MassMutual mit einem Vergleich beigelegt hat. Das sind gute Nachrichten. Aber hatte CS die Sache mit verbrieften Ramschhypotheken im Vorlauf der Finanzkrise nicht hinter sich gebracht mit einer Vergleichszahlung von 5,3 Mrd. $?

Nicht ganz, denn dieser Vergleich bezieht sich nur auf das Fehlverhalten der Bank. In einem nächsten Schritt geht es um Klagen von Investoren, die aufgrund dieses Fehlverhaltens Geld verloren haben. Und das sind nicht wenige. Die Liste der Kläger zieht sich über mehrere Seiten des Geschäftsberichts. Wie lange es also dauert, bis CS das Thema los ist, bleibt offen, genauso wie die gesamte Schlussrechnung. Dass sich das Geschäft angesichts der Rechts- und Vergleichskosten gelohnt hat, wage ich zu bezweifeln.

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Leser-Kommentare

Peter Martin Wigant 16.09.2017 - 02:12

Lieber Praktikus,
Mich stimmen die euphemistischen Statements der Grossbanken im Zusammenhang mit den Ramschhypotheken in den USA seit einiger Zeit sehr nachdenklich. Basierend auf vergangenen “Einigungen” in den USA gehe ich davon aus, dass je verklausulierter die Aussagen der Banken, umso heftiger der Schaden.
PW

Andreas Ochsenbein 18.09.2017 - 20:34
Ich habe eine Frage zu Versicherungsaktien, insbesondere Swiss Re. Eine Versicherungsgesellschaft hat Betriebskosten und Kosten aus Schadenfällen und auf der anderen Seite Prämieneinnahmen und Anlageerträge. Die Kosten aus Schadenfällen treten gelegentlich ein und können nicht geplant werden. Aber es gibt statistische Berechnungen und Schätzungen zur Eintretenswahrscheinlichkeit und zur Schadenhöhe. Damit diese Berechnungen und Schätzungen verlässlich sind, übernehmen die Gesellschaften nicht… Weiterlesen »