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Der Praktikus vom 19. Dezember 2018

Die Themen: wenig Hoffnung auf Zinserhöhung, eine Wette auf Voser bei ABB, Tetra stützt Comet, und das Unwohlsein bei Santhera.

«Wenn ein unordentlicher Schreibtisch einen unordentlichen Geist repräsentiert, was sagt dann ein leerer Schreibtisch über den Menschen, der ihn benutzt, aus?»
Albert einstein
Physiker (1879-1955)

Lieber Investor

Was war die schönste Illusion des letzten Jahres? Während Sie noch überlegen, sage ich Ihnen, was meine Antwort ist. Nämlich, dass die Zinsen in absehbarer Zeit wieder steigen. Ich bin wirklich sehr pessimistisch. Und wenn ich mir die Rendite zehnjähriger «Eidgenossen» anschaue, dann wird klar: Ich bin nicht ganz allein.

Die zehnjährigen Staatsanleihen der Schweiz rentieren derzeit –0,24% und somit so tief wie zuletzt im November 2016, als vor der Wahl von Donald Trump zum US-Präsidenten die Hoffnung auf eine Reflationierung der Wirtschaft keimte. Das ist alles längst vergessen. Und weil die vorlaufenden Konjunkturindikatoren, also vor allem der Einkaufsmanagerindex, in Asien und in Europa zu schwächeln begonnen haben, sieht es jetzt in Europa kaum nach Zinserhöhungen aus, im Gegenteil. Während die US-Notenbank diese Woche vermutlich auf 2,5% geht und bereits den angehäuften Anleihenberg schmelzen lässt, ist die EZB noch bei null und verzinst Einlagen mit –0,4%. Und das Anleihenkaufprogramm, mit dem die EZB rund ein Drittel der Eurostaatsanleihen besitzt, ist gerade erst beendet worden. Kurz gesagt: Kommt ein Abschwung, kann die EZB mit den Zinsen nur noch weiter ins Negative gehen oder noch mehr Anleihen kaufen. Unappetitlich.

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