Unternehmen / Praktikus

Der Praktikus vom 2. Dezember 2017

Die Themen: unnütze Finanzinnovationen, das Minus-Eigenkapital bei Aryzta, Ermotti findet alle neidisch, Georg Fischer holt den Sektor ein und ein möglicher Sunrise-Kauf.

«Der Bancomat war die einzige nützliche Innovation der Bankbranche in den letzten zwei Jahrzehnten.»
Paul Volcker (*1927)
Ex-US-Notenbankchef (Aussage: 2009)

Lieber Investor

In den vergangenen zwei Jahrzehnten haben uns Banken vorgegaukelt, Finanzinnovation sei etwas Grossartiges. Sie meinten damit vor allem Kreditverbriefungen, die in der bisher letzten Krise eine wichtige Rolle spielten. Im Nachhinein lässt sich einfach zeigen, dass solche Innovationen vor allem eines waren: gut für die bonusgetriebenen Banker.

Zu den unnützen Innovationen zähle ich auch Hybridanleihen. Das sind Anleihen, die buchhalterisch und von den Ratingagenturen im Fall von Nicht-Finanzunternehmen als teils Aktienkapital und teils Fremdkapital eingestuft werden. Dafür, dass die Anleihen ewig laufen, aber ein Coupon verzögert ausgezahlt werden kann, kriegen sie einen aktienähnlichen Status und werden höher verzinst. Sie stehen in der Kapitalstruktur nur eine Stufe über dem Aktienkapital; kommt es  zu einer Überschuldung, sind die Eigner nachrangiger Hybridanleihen gleich nach den Aktionären die Ersten, die ihren Einsatz auf null abschreiben können.

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Leser-Kommentare

Peter W. Ulli 02.12.2017 - 13:19
Bin nicht Aktionär der UBS und werde es vermutlich auch nie werden. Nein Herr Ermotti, es ist nicht Neid der die Kritiker aus dem Busch lockt, es ist die fehlende Verhältnismässigkeit, wenn Aktionäre mit Brosamen abgespeist werden, aber die GL sich wie in einem Selbstbedienungsladen ohne Kassen, mit Bargeld eindeckt. Da müsste es auch ihnen klar sein, dass das auf… Weiterlesen »