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Der Praktikus vom 2. Juni 2021

Die Themen: den Spac zuschauen und Tee trinken, Selbstkritik und die Anlegerfallen, was an Nestlé gesund ist und an Swiss Steel oder Meyer Burger nicht.

«Unsichtbar wird der Wahnsinn, wenn er genügend grosse Ausmasse erreicht hat.»
Bertolt Brecht
dt. Schriftsteller (1898–1956)

Liebe Investorin, lieber Investor

Mitte Februar habe ich mich an dieser Stelle über den Boom für Börsenmäntel ausgelassen. Ich sah mich in dem Hype um die Spac, die Special Purpose Acquisition Companies, an die ungesunden Übertreibungen kurz vor der Finanzkrise der Nullerjahre erinnert, als die Spac schon einmal als Wundermittel angepriesen wurden.

Zugegeben, es war in meinen Worten vor ein paar Monaten etwas gar viel Spott zu erkennen über die Tatsache, dass es gerade zahlreiche Ex-CEO von Grossbanken sind, die auf den Spac-Zug aufspringen. Ich habe bei so manchem Marktteilnehmer Tadel geerntet. Da nützte es auch nichts, dass Tage später respektable Namen wie Mohamed El-Erian, ökonomischer Chefberater der Allianz-Gruppe, ins gleiche Horn geblasen haben.

Spac-Euphorie ist weg

Abwarten und Tee trinken, dachte ich mir. Dass sich die Euphorie aber so schnell in Luft auflöst, hätte ich nicht gedacht. Studien zeigen, wie etwa die «Financial Times» schreibt, dass derzeit 80% aller Spac, die noch nach einer Akquisition suchen, unter dem Initialpreis von 10 $ liegen. Unwahrscheinlich, dass alle es wieder darüber schaffen. Im April gab es noch 13 neue Spac, nach 110 im März. Die Risikofreude der Investoren hat abgenommen. Was für das Technologiesegment gilt, gilt umso mehr für die Spac. Dieser Text ist für Abonnentinnen und Abonnenten reserviert. Digital 5 Wochen ab CHF 20.– Jetzt testen Bereits abonniert?

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