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Der Praktikus vom 2. März 2019

Die Themen: Transparenz hilft der Aktionärsdemokratie, Georg Fischer hat noch Potenzial, Sunrise will es wissen, der Strippenzieher im Fall Panalpina, und das Ebit-Wunder Bobst.

«Zukunft ist jene Zeit, in der unsere Geschäfte gut gehen, unsere Freunde treu sind und unser Glück gesichert ist.»
Ambrose Bierce
amerikan. Schriftsteller (1842-1914)

Lieber Investor

Sie wissen es, ich liebe Transparenz. Und ich habe schon auf Organisationen hingewiesen, die offen über ihr Abstimmverhalten an Generalversammlungen (GV) informieren. Zum Beispiel den AHV-Ausgleichsfonds, von dem bereits am Freitag bekannt war, dass er tags zuvor an der Novartis-GV die Wiederwahl der Revisionsstelle abgelehnt hat.

Jetzt habe ich einen Asset-Manager gefunden, der seine Entscheide ebenfalls fein säuberlich offenlegt, Traktandum für Traktandum. Allianz Global Investors heisst er, verwaltet weltweit 535 Mrd. € und liefert sogar Begründungen bei einzelnen Traktanden. Zum Beispiel bei der Wahl von Swiss-Re-Präsident Walter Kielholz, den ich, wie Sie wissen, abwählen würde. Allianz GI sagte an der letzten GV Ja zu Kielholz, machte aber im Kommentar klar, dass es schleunigst einen Nachfolgeplan für den VR-Präsidenten geben soll. Oder Swatch Group. Da wurden an der letzten GV bis auf den früheren Chef der Schweizerischen Notenbank, Jean-Pierre Roth, alle Verwaltungsräte – inklusive der Präsidentin und Mitbesitzerin Nayla Hayek – abgelehnt, aus unterschiedlichen Gründen. Die Offenlegung ist vorbildlich, und ich wünschte mir, mehr Fondsmanager und vor allem Pensionskassen würden so klar zu ihrem Stimmverhalten stehen. Das hilft der Aktionärsdemokratie, und Sie wissen, dafür setze ich mich vehement ein.

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