Unternehmen / Praktikus

Der Praktikus

Die Themen: Zentralbanken in der Zwickmühle, Grossbanken im Aufwind, Aktien mit Reisefieber, brüskierte Basilea-Aktionäre und Chancen für Lonza.

«Kapitalismus ohne Konkurse ist wie das Christentum ohne Hölle.»
Frank Borman
US-Astronaut und Unternehmer (geb. 1928)

Liebe Investorin, lieber Investor

Der Zinsanstieg an den Anleihenmärkten hat sich diese Woche noch einmal verschärft. In den USA ist die zehnjährige Treasury Note erstmals wieder auf 1,5% gesprungen. Und die Emission der siebenjährigen US-Staatsanleihe wurde zum Debakel. Es wurden so wenige Gebote eingereicht wie zuletzt in der Finanzkrise 2008/09. Zeitweise musste eine Marktverzinsung von 1,6% angeboten werden, damit überhaupt jemand dem Schatzamt die Papiere abkaufte. Ich frage mich, wo diese Korrektur noch hinführt.

Vor allem die Rolle der Zentralbanken beginnt mich zu beunruhigen. Ihnen scheint das Ruder aus der Hand zu gleiten. Diese Woche haben sich so gut wie alle führenden Notenbanken zu Wort gemeldet. Sie alle sagen das Gleiche: Die Inflation bleibe noch lange verhalten, ungeachtet vorübergehender Schwankungen, und daher würden auch die Zinsen niedrig bleiben.

Die Notenbank-Zwickmühle

Der Markt sieht das anders. Notenbanken könnten natürlich zusätzliche Anleihen kaufen, um den Zinsanstieg zu verhindern. Aber das geschähe zu einem Zeitpunkt, an dem die Konjunktur an Fahrt gewinnt, und wäre falsch. Ich stelle mich darauf ein, dass vorerst der Markt die Oberhand behält. Der Zinsanstieg spiegelt das absehbare Ende der Krise und die Rückkehr zur Normalität. Das müssen auch die Notenbanken früher oder später einsehen. Dieser Text ist für Abonnentinnen und Abonnenten reserviert. Digital 5 Wochen ab CHF 20.– Jetzt testen Bereits abonniert?