Unternehmen / Praktikus

Der Praktikus vom 20. März 2019

Die Themen: Der Bär-Chef ist eine teure Zwischenlösung, die skurrile Geschichte von SHL, Hochdorfs Probleme, der Tausendsassa Jens Alder, und die speziellen Interessenslagen bei Agility.

«Ich zahle nicht gute Löhne, weil ich viel Geld habe, sondern ich habe viel Geld, weil ich gute Löhne bezahle.»
Robert Bosch
dt. Industrieller und Erfinder (1861-1942)

Lieber Investor

Alle Jahre wieder zur Berichtssaison stapeln sich die Geschäftsberichte der Unternehmen auf meinem Schreibtisch. Zum Teil sind sie zum Gähnen langweilig, oft aber auch sehr erhellend. Diese Woche war die Privatbank Julius Bär an der Reihe. Als bekennender Kapitalist interessiert es mich natürlich, was CEO Bernhard Hodler 2018 erhalten hat: 6,2 Mio. Fr. für sein erstes volles Jahr als Chef der Bank. Nicht schlecht. Vor allem vor dem Hintergrund, dass die Dynamik bei Bär in den vergangenen Monaten doch nachgelassen hat. Die Bank hat ihre mittelfristigen Ziele reduziert und verwaltete Ende 2018 weniger Geld als noch ein Jahr zuvor. Zudem scheint das Institut in eine Reihe von Rechtsstreitigkeiten involviert zu sein, etwa die Geldwäscheaffäre um die staatliche venezolanische Erdölgesellschaft PDVSA, wegen der bei der Bank eine interne Untersuchung läuft. Salärtechnisch stösst Hodler mit seinem Lohn schon im zweiten Jahr als CEO in die Lohnsphären seines Vorgängers Boris Collardi vor. Dieser hatte in seinem letzten vollen Jahr als Chef der Privatbank 6,5 Mio. Fr. erhalten, 2015 waren es 6,2 Mio. Dabei wird Hodler aufgrund seines Alters und seiner Rolle als ehemaliger Risikochef von vielen Investoren nur als Übergangs-CEO betrachtet. Eine teuere Zwischenlösung, wie ich finde.

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