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Der Praktikus vom 20. März 2021

Die Themen: Bitcoinanleger treiben die Banken um, warum BMW-Töffs zu klein sind, was eine Rettung von PostFinance bedeutet, und die neue Fantasie für Rieter.

«In der Politik passiert nichts zufällig. Wenn es doch passiert, war es so geplant.»
Franklin D. Roosevelt
32. Präsident der USA (1882-1945)

Liebe Investorin, lieber Investor

Das Nachsitzen hat sich gelohnt. Die Aufsichtsbehörde Finma hat den systemrelevanten inlandorientierten Banken ein gutes Zwischenzeugnis ausgestellt. Raiffeisen, ZKB und PostFinance haben ihre Pläne verbessert, wie sie im Notfall systemrelevante Funktionen, wie etwa den Zahlungsverkehr oder den Zugang zu Kundeneinlagen, weiterführen können. Erstmals verfügen die Banken gemäss Finma über glaubwürdige Strategien, auch wenn noch nicht alles auf Grün, sondern erst auf Orange steht und noch nachgebessert werden muss.

Doch es irritiert mich schon, dass die Finma bei PostFinance die für den Krisenfall vom Bundesrat vorgeschlagene Kapitalspritze für die schwächelnde Staatsbank akzeptiert. Klar ist, die Finma kann das Dilemma nicht lösen, in dem PostFinance steckt. Die Bank ist systemkritisch, ihre Rahmenbedingungen bedürfen einer grundlegenden Reform. Bleibt das Kreditvergabeverbot bestehen, hat sie im Niedrigzinsumfeld kaum eine faire Überlebenschance. Doch es ist paradox, dass ein Plan, der die Rettung einer Bank durch den Steuerzahler im Krisenfall eigentlich unwahrscheinlicher machen soll, am Schluss doch wieder staatliche Gelder vorsieht.

Waidmannsheil, UBS

Diese Woche ist der Berufungsprozess von UBS in Paris wegen Beihilfe zu Steuerhinterziehung und Geldwäscherei weitergegangen. Vor Gericht sagten ehemalige UBS-Kundenberater über ihr Vorgehen in den Nullerjahren aus. Ihre Zielobjekte sollen vor allem Neureiche gewesen sein, die ihr Geld vor dem französischen Fiskus verstecken wollten. Gezielt soll mit dem Schweizer Bankgeheimnis geworben worden sein. Dieser Text ist für Abonnentinnen und Abonnenten reserviert. Digital 5 Wochen ab CHF 20.– Jetzt testen Bereits abonniert?