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Der Praktikus vom 24. August 2019

Die Themen: keine Überraschungen bei Alcon, warten auf den Vinke-Effekt, die Bäcker müssen liefern, Leonteq bald bereinigt und Kehrseite der Tatkraft

«Diplomaten sind Leute, die man auf Reisen schickt, damit sie zum Besten ihres Landes lügen.»
Sir Henry Wotton
engl. Diplomat und Autor (1568–1639)

Lieber Investor

Als letztes SMI-Unternehmen hat Alcon diese Woche ihre Halbjahreszahlen veröffentlicht, am Dienstag zu später Abendstunde. Auch Investoren, die den Bericht erst am folgenden Morgen lasen, verpassten nichts. Überraschungen gab es nicht. Das lässt sich positiv sehen, denn die ehemalige Tochter von Novartis war vor und nach der Trennung vom Pharmakonzern mit vielen Zusatzarbeiten beschäftigt, die dem Tagesgeschäft nicht förderlich sind. Zudem war ein organisches Wachstum von 5% die Bestätigung, dass Alcon die Wachstumsschwäche der vergangenen Jahre überwunden hat.

Dass die Aktien dann in drei Tagen 4% verloren haben, hat mich nicht erstaunt. Mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 27 für 2020 waren sie mit Blick auf die noch unterentwickelte Leistungskraft zu hoch bewertet gewesen. Ich denke, die Aktien werden es schwer haben, bald über das Niveau von 60 Fr. zurückzukehren. So richtig aufdrehen dürfte Alcon erst 2021. Frühere Beispiele wie Givaudan haben gezeigt, dass es nach einem Spin-off zwei, drei Jahre dauert, bis ein Unternehmen nach der Verselbstständigung seinen Tritt findet.

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