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Der Praktikus vom 21. November 2020

Die Themen: ISS und die Interessenkonflikte, schizophrene Green Bonds, intransparente Uhrenzahlen, wenig Treue bei SoftwareOne und Aryztas Puzzleteile.

«Die gefährlichste aller Weltanschauungen ist die Weltanschauung der Leute, welche die Welt nicht angeschaut haben.»
Alexander von Humboldt
dt. Forschungsreisender (1769–1859)

Lieber Investor, 

Die Deutsche Börse übernimmt ISS. ­Wegen der Datenkompetenz punkto Nachhaltigkeit (ESG), so heisst es. Damit liegen die Frankfurter im europaweiten Branchentrend: Die Londoner Börse hat sich unlängst für 27 Mrd. $ den Daten­anbieter Refinitiv einverleibt, auch die Schweizer Börsenbetreiberin SIX sucht nach Zukäufen für ihr Datengeschäft.

Allerdings ist ISS nicht nur Daten­spezialist, sondern auch der grösste Stimmrechtsberater der Welt. Auf niemand anderen hören mehr Aktionäre, wenn es um das Abstimmungsverhalten geht. An den Schweizer Generalversammlungen bewegt ISS geschätzt bis zu 25% der Stimmen. Die Deutsche Börse, selbst kotiert und als Handelsplatz Regelsetzerin für «ihre» gelisteten Gesellschaften, muss aufpassen, dass die gegenseitige Unabhängigkeit gewahrt bleibt. Dieser Artikel ist für Abonnentinnen und Abonnenten reserviert. Digital-Abonnements ab 28 Fr. / Monat Zu den Abonnements Bereits abonniert?

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