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Der Praktikus vom 23. März 2019

Die Themen: Stadler Rail und die Banken, zu teure Medacta, ein Kanton gegen die SNB, Metall Zug schachtelt, die Ermotti-Art der Warnung, Alpiq im Schneckentempo und nervige Raiffeisen.

«Um reich zu werden, muss man viel Geld haben.»
Günter Kunert
deutscher Schriftsteller (geb. 1929)

Lieber Investor

Es ist das Escher-Jahr, der Politiker und Eisenbahnpionier Alfred Escher würde heuer 200 Jahre alt. Mich würde es natürlich interessieren, was Escher zu dem früheren Politiker und Bahnunternehmer Peter Spuhler sagen würde, der bald seinen Anteil an Stadler Rail über die Börse verkaufen will. Aber leider werden wir das nie herausfinden.

Hingegen weiss ich, welche Banken die Aktien von Stadler Rail verkaufen wollen, und es sind nicht wenige. Zunächst hat Spuhler an die zwei grossen Schweizer Banken gedacht, CS und UBS sind führend bei der Platzierung. Eine Zuteilung erhalten auch BNP Paribas, Citigroup, UniCredit sowie die ZKB. Abgesehen von BNP und UniCredit, die bei Aktientransaktionen in der Schweiz so gut wie nie auftreten, sind mir die beiden «Selling Agents» aufgefallen. Die Luzerner Privatbank Reichmuth schickt sich nämlich an, Stadler-Aktien gegen Kommission an ihre Kunden zu verkaufen, genau wie die Thurgauer Kantonalbank. Immerhin hat Letztere an Spuhler geglaubt, als er 1989 einen ungedeckten Kredit von 4,5 Mio. Fr. zum Kauf des Unternehmens mit achtzehn Mitarbeitern erhielt. In die Ecke schummrig stelle ich dann aber den Corporate-Finance-Berater Alantra unter dem Titel «Independent Financial Advisor». Mitinhaber des Schweizer Arms der Beratungsboutiqe ist ein gewisser Kurt Rüegg, der bei Stadler schon seit 2008 im Verwaltungsrat sitzt. So unabhängig, wie es den Anschein machen soll, ist Alantra also nicht. Nun gut, mir gefällt es, wenn ein Unternehmen wie Stadler Rail an die Börse kommt. Ob ich kaufe, werde ich aber erst sagen können, wenn die Bewertung bekannt ist.

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