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Der Praktikus vom 25. Juni 2022

Die Themen: was Pflästerli für Benzintanks taugen, was die Aktionäre von Bell sprachlos macht, der Ärger am Bau für Vetropack, warum sich CS nur kurz freuen kann und was Peter Spuhler umtreibt.

«Inflation ist das erste Wundermittel des schlecht geführten Staates, das zweite ist der Krieg. Beide führen zu zeitweiligem Wohlstand, und beide führen zu völligem Zusammenbruch.»
Ernest Hemingway
amerik. Schriftsteller (1899–1961)

Liebe Investorin, lieber Investor

Die Leitzinserhöhungen lassen die Inflationssorgen am Markt zwar etwas verblassen, schüren dafür aber Rezessionsängste. Mit dem Resultat, dass die Ölpreise fallen. Ein Fass der Nordseesorte Brent kostet weniger als 110 $, was einem Rückgang um 12% in den vergangenen zehn Tagen entspricht. Man darf gespannt sein, was von diesem Kurssturz an der Tankstelle ankommt.

Für einen Exponenten ist es besonders wichtig, dass die Benzinpreise fallen: US-Präsident Biden weiss, wie sehr sein Wahlvolk es übelnimmt, wenn die Driving Season durch horrende Preise an der Zapfsäule verdorben wird. Biden hat diese Woche den Kongress aufgefordert, die bundesweiten Steuern auf Benzin und Diesel für drei Monate auszusetzen. Diese Pflästerlipolitik wirkt bestenfalls temporär und mag vielleicht den Missmut der Amerikaner vorübergehend ­etwas dämpfen, aber wichtiger wäre es, die Raffineriekapazitäten auszubauen. Diktierte preissenkende Massnahmen heizen nämlich die Nachfrage nach Energie an und sind somit kontraproduktiv.

Lieber keine Notbremse

Thomas Jordan, der oberste Lenker der Schweizerischen Nationalbank, musste sich von Peter Spuhler rhetorisch fragen lassen, was er denn geraucht habe. Die Wortwahl macht klar: Die hiesige ­Industrie, in jener Talkshow vertreten durch den Patron des von Exporten abhängigen Bahnbauers Stadler Rail, freut sich nicht über höhere Zinsen. Freuen kann sich hingegen die Finanzbranche. Endlich steigt der Durchschnittszins auf ihrem Hypoportfolio wieder.

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Leser-Kommentare

Kai Alexander Blümke 25.06.2022 - 01:19

In diesen Turbulenten Zeiten ist ein Käufer immer willkommen – besonders einer, von dem man weiss, er wird den Laden nicht sitzen lassen.