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Der Praktikus vom 26. Juli 2022

Die Themen: Warum Roger Federer wieder Tennis spielen sollte, wo Lonza nicht ganz so transparent ist, warum die Aktien von LM Group in Untersuchungshaft gehören und was Bobst-Aktionäre nun tun sollten.

«Wirtschaftswissenschaft ist das einzige Fach, in dem ­jedes Jahr auf die gleichen Fragen andere Antworten richtig sind.»
Danny Kaye
US-Schauspieler und -komiker (1911–1987)

Liebe Investorin, lieber Investor

Ob Roger Federer jemals wieder in den Tenniszirkus zurückkehrt, ist fraglich. Ich würde es mir jedenfalls wünschen – allein schon deshalb, weil man in den Medien dann hoffentlich wieder mehr über seine sportlichen Leistungen lesen würde als seine Aktivitäten in der Wirtschaftswelt. Denn letztere Berichterstattung weiss – zurückhaltend formuliert – nicht immer mit Qualität zu überzeugen.

Sinnfrei sind die Zahlenspiele, wie viel Geld Federer mit seinem Investment in den Schuhhersteller On verloren haben soll. Federer dürfte 2019 zu einem besseren Kurs zum Zug gekommen sein als dem IPO-Preis von 24 $, der diesen Berechnungen jeweils unterlegt wird. Aktuell kosten die Titel gut 19 $. Und dass in der Modebranche die Kaufkraft von Schweizer Konsumenten mit höheren Preisen abgeschöpft wird, ist nichts Aussergewöhnliches, wie man auf jeder Etikette lesen kann. Dass die «Federer-Firma» Schweizer Kunden «schröpft» und ihnen «das Geld aus der Tasche zieht», ist billige Stimmungsmache. Kaufen muss die klobigen Treter ja niemand. Die Aktien übrigens auch nicht.

Lonza im Nebel

Lonza ist ein Pharmaauftragsfertiger, übt sich in ihrem jüngsten Halbjahresbericht aber auch in anderen Fertigkeiten, zum Beispiel dem Werfen von Nebelpetarden. Das Unternehmen weist zwar auf Sonderfaktoren hin, etwa auf eine erhaltene Sonderzahlung über 22 Mio. Fr. und auch auf eine Gebühr für die Annullierung eines Auftrags. Ihren Betrag nennt es allerdings nicht. Gemäss einem im Internet einsehbaren Vertrag mit Kunde Allakos sind das – durchaus erwähnenswerte – 126 Mio. Fr.

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