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Der Praktikus vom 27. Februar 2019

Die Themen: die Lobhudelei um die neue CS-Risikochefin, wenig innovative Big Pharma, Nestlé zeigt Kraft den Meister, eine weitere Governance-Frage an Panalpina, und Arbonia zahlt zu früh Dividende.

«Drei Dinge treiben den Menschen zum Wahnsinn. Die Liebe, die Eifersucht und das Studium der Börsenkurse.»
John Maynard Keynes
brit. Ökonom (1883–1946)

Lieber Investor

Es ist schon merkwürdig, was uns die Konzerne da jeden Tag auftischen. Alles ist super, alles ist gut. Neue Personen haben das richtige Profil, judihui. Wer genau hinsieht, wird zahlreiche Fragezeichen setzen, und das jüngste Beispiel für eine überverkaufte Personalmeldung liefert Credit Suisse. Lara Warner wird neue Risikochefin der Bank.

Warner war bislang die oberste Rechtseinhaltungschefin (Chief Compliance Officer) und als solche bereits in der Geschäftsleitung. Doch dass sie in der Mitteilung zu ihrer Ernennung nur in höchsten Tönen gelobt wird, das macht mich stutzig. Sie habe einen riesigen Beitrag geleistet «zur Entwicklung einer führenden Compliance-Lösung». Sie habe «eine moderne, technologiebasierte Compliance Organisation» aufgebaut. Allerdings hatte erst im September die Finanzmarktaufsicht Finma Credit Suisse gerügt, sie habe ein zu schwaches Abwehrdispositiv gegen Geldwäsche. Die Behörde hielt damals fest: «Die Bank muss bis Ende 2019 eine automatisierte Gesamtsicht über die jeweilige Kundenbeziehung für alle relevanten Stellen implementiert haben» – und setzte zusätzlich einen Prüfaufseher ins Haus. Also für mich gehen die Lobhudelei und die Feststellung der Finma ziemlich weit auseinander.

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