Unternehmen / Praktikus

Der Praktikus vom 28. Mai 2022

Die Themen: schon wieder schwache Spac, was Aryzta zeigen muss, wer sich um Öko-Banknoten kümmert, was Implenia fordert, wo Snap unterbelichtet ist und die «normalen» Energiepreise.

«Warte nicht auf das jüngste Gericht. Du stehst jeden Tag vor Deinem Richter.»
Albert Camus
franz. Schriftsteller (1913-1960)

Liebe Investorin, lieber Investor

Angesichts des Kriegs in der Ukraine, des Lockdown-Irrsinns in China und der weltweiten Inflationspanik könnte man glatt vergessen, wie rosig alles vor Jahresfrist noch war. Ein guter Hinweis sind da die vielen Spac, die immer noch die Börsenplätze bevölkern. Manche immer noch als blosser Börsenmantel auf der Suche nach Inhalt, andere schon als frischgebackene kotierte Gesellschaft.

Was für ein Gruselkabinett da zusammenkommt, wurde wieder einmal deutlich mit MSP Recovery. Das Unternehmen will Geld verdienen, indem es Forderungen innerhalb des US-Gesundheitssystems juristisch durchsetzt. Die Titel stürzten am Tag nach dem Vollzug der Übernahme durch eine Spac um mehr als 50% ab. Inzwischen sind es drei Viertel, die der zweitgrösste je angekündigte Spac-Deal verloren hat. Dem Neuzugang defizitärer Unternehmen sollte man einfach von Weitem zusehen.

Orell Füssli auf Nummer sicher

Wie läuft es wohl bei Orell Füssli, fragte ich mich, als ich über diese Meldung stolperte: Der Münchner Konkurrent Giesecke+Devrient lanciert eine grüne Banknote. In einem besonders schonenden Verfahren aus Naturfasern und Kunststoffabfällen gefertigt, sollen die Treibhausgasemissionen des Öko-Geldes 30% tiefer sein als bei herkömmlichen Nötli. Und ich dachte, Geld stinkt nicht. Ich hoffe bloss, dass es unter der Matratze seine Form behält und nicht zu Erde zerfällt.

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