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Der Praktikus vom 28. Oktober 2020

Die Themen: Stadler Rail in Kasachstan, Roche zu Unrecht ungeliebt, Pfusch bei Implenia, SoftwareOne in Sippenhaft und Bär sendet Collardi-Signal.

«Aufpassen muss man auf Minister, die nichts ohne Geld machen können und auf Minister, die alles nur mit Geld machen wollen.»
Indira Gandhi
Premierministerin Indiens (1917-1984)

Lieber Investor, 

Seit Jahren läuft dieses geldpolitische Experiment: Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan will die Zinsen nicht erhöhen (hohe Zinsen seien «die Mutter allen Übels») – und akzeptiert dafür eine schwächer werdende Währung. Trotz Interventionen durch die Notenbank hat sich die Lira zum Franken seit Januar über 30% abgewertet. Und der Absturz nimmt jetzt neue Fahrt auf.

Das Problem ist, dass die türkische Wirtschaft bis zum Hals in Fremdwährungskrediten steckt. Die Kredite können immer schwerer bedient werden, wenn die Lira schwächer wird. Können sie einmal nicht mehr refinanziert werden, kommt es zum Sudden Stop – einer Krise, bei der die Wirtschaft wegen fehlender Auslandsfinanzierung völlig einbricht. Trotzdem brüskiert Erdogan seine Partner, die dem Land aus der Patsche helfen könnten, wie zuletzt etwa Frankreich. Dieser Artikel ist für Abonnentinnen und Abonnenten reserviert. Digital-Abonnements ab 28 Fr. / Monat Zu den Abonnements Bereits abonniert?

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