Unternehmen / Praktikus 18:20 - 28.03.2017

Der Praktikus vom 29. März 2017

«Nicht das, was du nicht weisst, bringt dich in Schwierigkeiten, sondern das, was du sicher zu wissen glaubst, obwohl es gar nicht wahr ist.»
Mark Twain
amerikanischer Schriftsteller (1835–1910)
Die Themen: das intransparente Konstrukt HNA, Kritik an Nestlé, enteignete Galenica-Aktionäre und die ungewisse Reise von Schaffner.
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Aktie
Wertpapier , das einen Anteil am Kapital einer Aktiengesellschaft verkörpert. Es sichert dem Eigentümer Mitgliedschaftsrechte (Stimm- und Wahlrecht an der Generalversammlung) und Vermögensrechte (Recht auf Anteil am Gewinn, Beteiligungsquote bei Kapitalerhöhungen oder am Liquidationsergebnis) zu.
Aktionär
Teilhaber einer AG bzw. Inhaber einer Aktie oder einer Mehrzahl von Aktien.
Beteiligung
Langfristige, kapitalmässige Interessennahme an anderen Unternehmen, bei der die wirtschaftliche Einflussnahme oder ähnliche Zielsetzungen im Vordergrund stehen. Die Beteiligungen werden höchstens zum Einstandspreis bewertet.
Bezugsrecht
Recht des Aktionärs und des Partizipanten zum Bezug neuer Aktien , Partizipationsscheine oder Wandler , meist in Form eines bestimmten Coupons der Aktie oder des Partizipationsscheins.
Börse
Regelmässig stattfindender, nach feststehenden Usanzen organisierter Markt. Je nach den gehandelten Gütern spricht man z. B. von Wertpapier-, Effekten-, Devisen-, Warenbörsen oder Börsen für derivative Instrumente (Terminbörsen ).
Börsengang
Öffnung einer privaten Aktiengesellschaft, deren Aktienkapital bisher ausschliesslich im Eigentum eines beschränkten Personenkreises lag, zur Publikumsgesellschaft durch die Ausgabe und die Kotierung von Aktien. Auch Initial Public Offering (IPO) genannt. Gegenteil: Going Private .
CEO
Angelsächsische Kürzel für Unternehmenschef (Chief Executive Officer), Leiter der Finanzabteilung (Chief Financial Officer), Leiter Anlagestrategie (Chief Investment Officer) sowie Leiter operatives Geschäft (Chief Operating Officer), die gemeinsam die Geschäftsleitung bilden.
Dividende
Der von einer Aktiengesellschaft je Aktie ausgezahlte Gewinnanteil. Die Dividende wird durch die Generalversammlung auf Antrag des Verwaltungsrats festgesetzt. Als Dividende werden auch die Auszahlungen an die Inhaber von Genuss- und Partizipationsscheinen bezeichnet.
Ebit
Ebit (Earnings before Interest and Taxes): Gewinn vor Zinsen und Steuern. Ebita: Ebit vor Goodwillabschreibung. Ebitda (Earnings before Interest, Taxes, Depreciation and Amortization): Betriebsgewinn vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen und Amortisationen. Diese drei Varianten des Betriebsergebnisses zeigen die operative Ertragskraft besser auf als der publizierte Nettogewinn. Dieser kann ohne betriebliche Ursachen je nach Rechnungslegungsstandard , Beitrag des Finanzergebnisses (Zinsen in obigen Definitionen) und Steuerbelastung stark variieren. Nicht weitergeführte Aktivitäten werden meist aus dem betrieblichen Ergebnis herausgerechnet und fliessen als Ergebnis aufgegebener Tätigkeiten in das Nettoergebnis ein. Anderseits werden ausserordentliche Aufwendungen für Restrukturierungen oder Wertberichtigungen berücksichtigt, sofern sie betrieblich bedingt sind.
GV
Oberstes Organ einer AG. Neben der ordentlichen jährlichen Versammlung der Aktionäre können auch ausserordentliche GV einberufen werden.
Generalversammlung
Oberstes Organ einer AG. Neben der ordentlichen jährlichen Versammlung der Aktionäre können auch ausserordentliche GV einberufen werden.
Rating
Einstufung der Bonität eines Schuldners durch spezialisierte Ratingagenturen anhand einheitlicher Kriterien und Verfahren. Am Rating kann ein Investor ablesen, wie hoch das Ausfallrisiko ist.
VR
Überwacht und lenkt (über die Strategiefestlegung) für die Gesamtheit der Aktionäre die Geschäftsleitung eines Unternehmens. Die VR-Mitglieder einer AG schweizerischen Rechts müssen in der Regel mehrheitlich das Schweizer Bürgerrecht besitzen und in der Schweiz wohnhaft sein. Der VR besteht aus exekutiven (unternehmensinternen) und nicht exekutiven (externen) Mitgliedern. Immer mehr setzt sich im Rahmen einer guten Corporate Governance die Praxis durch, dass ein bedeutender Teil der VR in keiner geschäftlichen Beziehung zum Unternehmen stehen darf. Der VR wird von der GV gewählt.
Verwaltungsrat
Überwacht und lenkt (über die Strategiefestlegung) für die Gesamtheit der Aktionäre die Geschäftsleitung eines Unternehmens. Die VR-Mitglieder einer AG schweizerischen Rechts müssen in der Regel mehrheitlich das Schweizer Bürgerrecht besitzen und in der Schweiz wohnhaft sein. Der VR besteht aus exekutiven (unternehmensinternen) und nicht exekutiven (externen) Mitgliedern. Immer mehr setzt sich im Rahmen einer guten Corporate Governance die Praxis durch, dass ein bedeutender Teil der VR in keiner geschäftlichen Beziehung zum Unternehmen stehen darf. Der VR wird von der GV gewählt.

Lieber Investor

Hand aufs Herz: Wann haben Sie das erste Mal von HNA Group gehört? Vor einem Jahr, vor sechs Monaten? Noch nie? Sie sind nicht allein. Vor der Übernahme des Airline-Caterers Gategroup im vergangenen Jahr war der chinesische Mischkonzern in der Schweiz wenig bekannt. Mittlerweile hat HNA mit Gate­group, SR Technics und Swissport die halbe ehemalige Swissair-Gruppe unter Kontrolle. Nun soll HNA auch am Reisedetailhändler Dufry interessiert sein.

Ich weiss nicht, was an den Dufry-Gerüchten dran ist, aber die Überlegungen meines Kollegen Martin Lüscher klingen plausibel. Was ich pikant finde: HNA ist ein höchst intransparentes Konstrukt mit scheinbar unermesslicher Finanzkraft: Die Gruppe kauft Hotels, hat eine Beteiligung an der Deutschen Bank erworben, hat den amerikanischen IT-Logistiker Ingram Micro gekauft, Gate­group, und, und, und. Es ist nicht ersichtlich, wer die Geldgeber hinter HNA sind. Ein Kollege in Peking sagt mir, dass sich die verschiedenen HNA-Unternehmen für Kredite gegenseitig Bürgschaften abgeben. Irgendwie erinnert mich das Ganze an Werner K. Reys Spielereien – ­erinnern Sie sich? Mal sehen, wie die Geschichte dereinst ausgeht.

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Ein Kommentar zu «Der Praktikus vom 29. März 2017»

  • Thomas Burger sagt: 08:53 - 29.03.17

    Wer Santé als “Renditeperle” halten will muss sich nur bewusst sein dass er sich auf hochgradig politisches Parkett begibt. Es ist nur eine Frage der Zeit bis die hohen Margen des De-Facto-Monopolisten ins Visier der “Kostensenker” im Gesundheitswesen kommen.

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