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Der Praktikus vom 30. Januar 2019

Die Themen: vom Handelsstreit zum kalten Krieg, Straumann immer höher?, die zweite Schweizer Börse fühlt sich benachteiligt, SIX hilft der UBS im vierten Quartal, und eine Ausstiegsmöglichkeit in Ceva.

«Man muss die Tatsachen kennen, bevor man sie verdrehen kann.»
Mark Twain
US-Autor (1835 bis 1910)

Lieber Investor

Wir müssen über China reden. Nicht nur, weil die Beziehung zwischen China und den USA aufgrund von Treffen hochrangiger Beamter diese Woche sowieso zum Thema wird. Wie Sie wissen, wollen die zwei grössten Volkswirtschaften bis zum 1. März eine Einigung im Handelsstreit finden, ansonsten steigen die Zölle auf 200 Mrd. $ Einfuhren aus China von 10 auf 25%. Würde ich wetten, ich würde nicht darauf setzen, dass sich die zwei Wirtschaftsmächte einigen.

Die Ein- und Ausfuhren mit Zöllen zu belegen, ist ein Geplänkel im Vergleich zu dem, was die Regierung von Donald Trump sonst noch tut. Was ich konkret anspreche, ist der Versuch der USA, Huawei als Ausrüster der neuen Mobilfunknetze mit dem Standard 5G zu verhindern. Nicht nur im eigenen Land, wohlgemerkt, sondern auch in den Partnerstaaten der USA wie Kanada, Grossbritannien oder Deutschland. Das geht einen Schritt weiter als der Schutz des Heimmarktes. Argumentiert wird mit Sicherheit in einer zunehmend digitalen Welt, wo Kriminelle eher zu Hause am PC sitzen, als dass sie versuchen, den Banktresor zu knacken. Ich weiss nicht, was vom Sicherheitsargument der USA – traditionell sehr breit angewendet – zu halten ist. Schliesslich ist es ja die amerikanische NSA, die gemäss dem Whistleblower Edward Snowden das Publikum breit überwacht. Und ich bin keineswegs naiv, was China angeht. Aber bevor die USA auf andere zeigen und im Fall Huawei auch die Justiz einsetzen, hätte ich gerne Beweise. Beweise dafür, dass die Kommunikationsinfrastruktur von Huawei anfällig für Hacker ist, inklusive der chinesischen Regierung. Denn Misstrauen ist gut, Beweise sind besser. Was letztlich so verheerend ist: Der sino-amerikanische Konflikt wird immer mehr zu einem wirtschaftlichen und technologischen kalten Krieg. Und wie im kalten Krieg, oder überhaupt in einem Krieg, gibt es am Ende keine wirklichen Gewinner.

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Leser-Kommentare

Tobias Schait 30.01.2019 - 11:03
Lieber Praktikus, die besten Einstiegskurse bei Straumann gab es 2013. Damals aber wurde nur vor Schwierigkeiten gewarnt wie die Umsatzeinbusse in Spanien, die man als wegweisend überbewertete. Die FuW warnte bei Kursen um Sfr. 180, Straumann sei überbewertet, die Hoffnung auf Stabilisierung des Wachstums sei ungewiss. Sie, lieber Praktikus, nennen sich Contrarian, suchen aber immer nach unterbewerteten Unternehmungen, welche keine… Weiterlesen »
Andreas Ochsenbein 01.02.2019 - 09:06
Vielleicht erinnert man sich nicht mehr, aber auch die schweizerische Uhrenindustrie gefährdete angeblich schon die nationale Sicherheit der USA. Das Argument: die Schweizer Uhrmacher seien zu gut. Wegen ihres Erfolgs in den USA würden dort die Feinmechaniker aussterben. Die Schweiz war damals aus falsch verstandener Neutralität nicht in der WTO und hatte allein keine Chance. Die USA hoben die Zölle… Weiterlesen »