Unternehmen / Praktikus

Der Praktikus vom 30. Oktober 2021

Die Themen: was gegen die Lohn-Preis-Spirale spricht, was Loeb von Shell will, die Russen, die Saudis und das Klima, das Temenos-Mantra, die Langeweile bei Schindler und die Ankunft der Spac.

«Wer erwachsene Menschen erziehen will, will sie in Wahrheit bevormunden und daran hindern, ­politisch zu handeln.»
Hannah Arendt
dt.-amerik. Publizistin (1906–1975)

Liebe Investorin, lieber Investor

Kommt die Lohn-Preis-Spirale? Die Lohnumfrage der UBS, die 22 Schweizer Branchenverbände nach ihren Plänen für das kommende Jahr befragt, dürfte für die Schweiz erst einmal Entwarnung geben. Im Schnitt sollen die Löhne gerade mal 0,8% steigen. Das entspricht dem langfristigen Schnitt.

Bei einer prognostizierten Teuerung von etwa 0,5% bleibt nicht viel Steigerung für Arbeitnehmer übrig. Da scheint mir der Begriff Lohndruck unangebracht. Trotz Arbeitskräftemangel müssen die Arbeitgeber wohl noch nicht tiefer in die Lohnkiste greifen. Im nördlichen Nachbarland mag das etwas anders aussehen. Die Teuerung ist dort auf 4,5% gestiegen. Wie üblich machen die Gewerkschaften in den Tarifrunden schon mächtig Druck. Aber selbst dort scheint mir der Vergleich mit den Siebzigerjahren etwas weit hergeholt.

Hauptsache, Bäumchen pflanzen

In der Finanzbuchhaltung hat Window Dressing gegen Ende Jahr Hochkonjunktur. In der Klimapolitik wird jeweils vor der nächsten Klimakonferenz fleissig frisiert – also jetzt. Besonders aktiv sind die Länder, die’s nötig haben: Russland gab vor gut zwei Wochen das Ziel der Klimaneutralität bis 2060 aus, dann kamen Australien und Saudi-Arabien mit einem Netto-null-Ziel dazu.

Der ganze Text ist für Abonnentinnen und Abonnenten reserviert. Abonnieren Bereits abonniert?

Leser-Kommentare