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Der Praktikus vom 31. März 2018

Die Themen: HNA und die Grossbanken, üppige Löhne bei Swatch und Kudelski, die vielen Wechsel bei der Deutschen Bank, Rieter und der Nachfragezyklus und eine schlechte Option in Sunrise.

«A bisserl Trüffelöl, ein Flascherl Barolo, ein paar Steinpilze aus dem Piemont – man braucht fast nix.»
Josef Hader
österr. Kabarettist und Schauspieler (*1962)

Lieber Investor

Zu dumm für UBS und Credit Suisse: Als führende Banken beim geplanten, aber abgesagten Gategroup-Börsengang hätten sie gerne die Gebühren kassiert. Daraus wird nun nichts, nachdem der Airline-Caterer beziehungsweise sein Besitzer, der chinesische Mischkonzern HNA, einen höheren Preis wollte, als ihn der Markt zu zahlen bereit war. Aber auch über die entgangenen Gebühren hinaus dürfte der Nicht-Börsengang die zwei Schweizer Grossbanken schmerzen.

Im Emissionsprospekt von Gategroup heisst es, HNA werde das ganze Geld aus dem Börsengang oder einen Teil dazu verwenden, «fällige und offene Schulden» bei UBS und die 700-Mio.-$-Kreditfazilität, aufgesetzt am 9. Februar von Credit Suisse Singapur, zurückzuzahlen. In beiden Fällen – und es ist noch von weiteren Verpflichtungen gegenüber Schweizer Schuldnern die Rede – würde es mich interessieren, wie HNA das Geld jetzt aufbringt. Sie glauben, die Banken haben sich abgesichert? Glauben Sie nochmals. Die Pleite von Steinhoff, einem südafrikanischen Möbelhaus, sollte diesbezüglich Skepsis wecken. Ziemlich alle international agierenden Grossbanken, allen voran die amerikanischen, haben wegen der Steinhoff-Pleite 2017 Kreditverluste von Hunderten Millionen Dollar erlitten. UBS war auch davon betroffen. HNA wäre ein Vielfaches von Steinhoff, und mir wird schlecht, wenn ich dran denke, wen eine HNA-Pleite alles treffen würde.

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