Unternehmen / Praktikus

Der Praktikus vom 4. Juli 2020

Die Themen: die Hausaufgaben von Novartis, die Hoffnung auf mehr bei SIX, der vorauseilende Gehorsam und der Schlüsselspezialist Dormakaba ist aus der Mode.

«Ich schulde viel. Ich habe nichts. Den Rest vererbe ich den Armen»
François Rabelais
frz. Schriftsteller und Arzt (1494–1553)

Lieber Investor, 

Ist der Goodwill infiziert? Diese Frage stellt sich seit Beginn der Coronakrise. Allerdings scheinen sich die Aktienmärkte meiner Ansicht nach kaum darum zu kümmern, wenn ich mir anschaue, wie sich die Kurse seit dem Tief von Mitte/Ende März auf breiter Front erholt haben. Indikatoren wie Einkaufsmanagerindizes stimmen zwar positiv, aber nur auf den ersten Blick. Sie sind nur bedingt aussagekräftig, was Prognosen des tatsächlichen späteren Konjunkturverlaufs betrifft, wie Sie hier lesen können.

Dazu kommen die jüngsten Entwicklungen der Coronapandemie. Die Ausbreitung von Covid-19 schreitet mit hohem Tempo voran. Die negativen Rückkopplungen auf die Weltwirtschaft könnten also stärker sein und vor allem länger dauern als gedacht. Das bringt mich ­wieder zum Goodwill. Wertberichtigungen liessen sich vielleicht bisher noch vermeiden mit dem Argument, es handele sich um kurzfristige Rückschläge. Doch je länger die Krise dauert, desto eher müssen Vermögenswerte abgeschrieben werden. Zu den Schweizer ­Unternehmen mit sehr hohem Anteil von Goodwill am Eigenkapital zählen ­Temenos, Sika, Givaudan und Sunrise – alles heiss geliebte Titel. Da befällt mich schon ein etwas mulmiges Gefühl.

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