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Der Praktikus vom 5. Dezember 2018

Die Themen: Zur Rose macht den Markt verrückt, ein fragwürdiges Credit-Suisse-Produkt für Pensionskassen, der erhoffte Personalwechsel bei Arbonia und warme Luft bei Airopack.

«In der Schweiz gibt es einen unvermuteten Individualismus, der fast britisch-egozentrisch daher kommt, aber offen ist.»
Doris Dörrie
dt. Regisseurin und Autorin (geb. 1955)

Lieber Investor

Viele sind sprachlos, wenn es um Zur Rose geht. Ich natürlich nicht. Aber zuerst muss ich meine Aussage vom Samstag relativieren. Ich hatte geschrieben, den tiefen Platzierungspreis für die neuen Aktien der Versandapotheke habe vor allem das Management von Zur Rose zu verantworten und nicht Banken.

Ganz so absolut kann man das nicht mehr sagen. Denn die Hausbank von Zur-Rose-Grossaktionärin KWE und der Vertreterin Vanessa Frey (auch im Verwaltungsrat Zur Rose dabei) hat trotz Rückbestätigung den Auftrag zur Ausübung der Bezugsrechte nicht oder nicht rechtzeitig weitergeleitet. Deshalb ist die Grossaktionärin ohne Zuteilung geblieben. Jeder, der die Mitteilung von Zur Rose in dieser Sache am Montagmorgen las, dachte: Die Bank – wie ich höre, handelt es sich um Credit Suisse – wird die Aktien am Markt beschaffen. Am Dienstagmorgen hiess es, die Hausbank und KWE hätten einen Vergleich abgeschlossen, der nicht die Lieferung der Aktien umfasse. Ich weiss nicht, wie der Vergleich aussieht. Aber ich bin erstaunt, dass man sich nicht schon am Wochenende auf einen Deal einigen konnte, sondern erst den Markt verrückt machen musste. Am Montag waren – ausser dem Börsenkurs – keine neuen Informationen vorhanden. Mich stimmt es zudem skeptisch, dass nicht offensiv über den Deal zwischen Bank und KWE informiert wird. Das nährt natürlich Spekulationen der übelsten Art. Ein bisschen spekulieren muss ich auch: Sollte KWE von ihrer Bank Geld erhalten haben, dann wäre ihr sozusagen das Bezugsrecht in bar abgegolten worden. Genau das hätten sich die anderen Aktionäre auch gewünscht.

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