Unternehmen / Praktikus

Der Praktikus vom 6. Mai 2020

Die Themen: das Nachtreten gegen Zur Rose, der stockende Leclanché-Ladezyklus, der Wiederholungstäter Elon Musk und die EU-Schulden.

«Kapitalismus ohne ­Bankrott ist wie ­Christentum ohne Hölle.»
Frank Borman
ehem. Nasa-Astronaut und CEO von Eastern Air Lines (geb. 1928)

Lieber Investor,

Das muss man sich auf der Zunge zer­gehen lassen. UBS und CS haben in den vergangenen zehn Jahren mehr Straf­zahlungen an ausländische Behörden und Kläger geleistet als der restliche ­Finanzplatz zusammen. ­Dabei betonen beide Grossbanken stets, es handle sich um die Abwicklung von Altlasten, aus der Zeit, in der man mit dem Bankgeheimnis offensiv bei aus­ländischen Steuerflüchtigen hausieren ging und nicht viel nachfragte.

Hört man sich bei unabhängigen ­Experten für Wirtschaftskriminalität und Regelbefolgung (Compliance) um, so sind UBS und CS in den vergangenen Jahren wohl tatsächlich klüger geworden. Die Zeit der laxen Führungskultur und der veralteten, wirkungslosen Kontrollsysteme soll passé sein. Ob sich faktisch tatsächlich so viel verbessert hat und der neue Geist tatsächlich greift, das werden wir erst in fünf bis zehn Jahren wirklich sehen. Dann nämlich, wenn die Altlasten bereinigt und keine neuen Fälle dazu­gekommen sind. CS-Chef Thomas ­Gottstein und der designierte UBS-CEO Ralph Hamers sind hier gefordert. Dieser Artikel ist für Abonnentinnen und Abonnenten reserviert. Digital-Abonnements ab 28 Fr. / Monat Zu den Abonnements Bereits abonniert?