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Der Praktikus vom 7. August 2021

Die Themen: Wo Boni den Gewinntopf leeren, wie Schaeppi abprallen lässt, was der Aktienkurs von Swatch Group zeigt, was Mario Greco in Italien umtreibt und wie sich Robinhood aufführt.

«Fussball und Olympia sind die modernen Formen des Krieges.»
Peter Ustinov
brit.-schweiz. Schauspieler (1921–2004)

Liebe Investorin, lieber Investor

Für Schweizer Vermögensverwalter läuft es in den letzten Monaten derart gut wie lange nicht mehr seit der Finanzkrise. Die Börseneuphorie lässt die verwalteten Vermögen von alleine wachsen und dann bekommen sie noch Neugeld aufgedrängt, als gäb’s kein Morgen mehr. Wem es jetzt nicht läuft, dem ist wohl nicht mehr zu helfen. So wie GAM. Im jetzigen Traumumfeld verliert der kriselnde Asset-Manager immer noch Kundengelder. Das geht so fast ununterbrochen seit 2018.

Zum Halbjahr, das GAM diese Woche präsentierte, stand ein Verlust von fast 3 Mio. Fr. zu Buche. Das Absurde ist, aufgrund der Börsenhausse nahm der Asset-Manager satte 17 Mio. Fr. an Performancegebühren ein, erwartet wurden lediglich 2 Mio. Unterm Strich zeigt sich das aber nicht, weil die Mehreinnahmen durch Managerboni gleich wieder aufgefressen wurden. Es ist die Tragik der wenigen Verlierer im Meer von Gewinnern. Selbst wenn es einer Finanzgesellschaft heute dreckig geht, muss sie ihre Topangestellten weiterhin fürstlich entlohnen oder sie werden von der Konkurrenz abgeworben – so zumindest das Narrativ der Branche.

Extras für was?

Auch Credit Suisse bekommt das dieses Jahr zu spüren. 5 Mrd. Fr. verpulverte sie in nur sechs Monaten mit ihrem kollabierten Hedge-Fund-Kunden Archegos und hat folgerichtig die Boni gekürzt. Doch zahlt sie einigen Auserwählten heuer gezielt mehr, wie Bankchef Thomas Gottstein jüngst in die TV-Kameras sagte.

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