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Der Praktikus vom 7. Oktober 2017

Die Themen: eine wenig wahrscheinliche Huntsman-Hochzeit, forsche Analystenschätzungen, die neue Ära bei Leonteq, und Oerlikon sind voll im Trend.

«Wer aufhört zu werben, um Geld zu sparen, kann ebenso seine Uhr anhalten, um Zeit zu sparen.»
Henry Ford
Gründer Ford Motor Company (1863–1947)

Lieber Investor

Die Fusion zwischen den beiden Chemiekonzernen Clariant und Huntsman ist so gut wie tot. Die amerikanische Investorengruppe White Tale kauft weiter und besitzt heute schon deutlich mehr als den zuletzt gemeldeten Anteil von 15% an Clariant. David Winter und David Millstone, zwei der Köpfe hinter White Tale, lassen im Interview keinen Zweifel an ihren Absichten. Ich weiss zudem von zwei weiteren grösseren institutionellen Investoren aus erster Hand, dass sie die Fusion mit Huntsman ebenfalls ablehnen werden.

Gut so. Treue Leser dieser Zeilen wissen, dass ich dem Deal von Beginn weg mit Skepsis begegnet bin. In meinen Augen hat sich Clariant unter ihrem Wert in die Heirat mit Huntsman begeben; ich hatte sogar die Befürchtung, dass die Amerikaner Clariant de facto übernehmen, ohne eine Prämie zu bezahlen. Ich sah die Fusion primär als Egotrip von Clariant-CEO Hariolf Kottmann. Der Verwaltungsrat unter Präsident Rudolf  Wehrli hat eine enorm schwache Rolle gespielt. Aus aktionärsdemokratischer Sicht ist es ein erfreuliches Zeichen und ein starkes Signal an die Verwaltungsräte in der Schweiz, dass eine Transaktion nie als «alternativlos» verkauft werden darf.

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