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Der Praktikus vom 8. September 2018

Die Themen: die Multi-VR, die sich überschätzen, LafargeHolcim im Tiefbau, versteckte Reize der BEKB, Sulzer macht es spannend, der «perfekte» Markt gibt Amazon mehr Wert als dem SMI.

«Ich liebe Politiker auf Wahlplakaten. Sie sind tragbar, geräuschlos und leicht zu entfernen.»
Loriot (Vicco von Bülow)
dt. Humorist (1923–2011)

Lieber Investor

Was waren das für Zeiten, als wir uns noch über den «Filz» aufregen konnten. Damals, als sich in den Verwaltungsräten und den obersten Managementzirkeln der grössten Schweizer Unternehmen inklusive Nestlé, Swissair und Credit Suisse ein kleiner Klüngel von Männern tummelte, die sich Posten und Sitze immer gegenseitig anboten.

Zugegeben, etwas gebessert hat sich die Situation, auch mit den statutarischen Beschränkungen der Anzahl Jobs für Verwaltungsräte, die sie neben ihrem Mandat halten dürfen. Besser – ja. Gut – keineswegs. Ganz besonders ist mir da Andreas Umbach aufgefallen. Er soll Verwaltungsratspräsident des Börsenkandidaten SIG Combibloc werden. Er ist offenbar ein Powerman, mit endlos viel Kraft und Zeit. Denn er ist bereits Verwaltungsratspräsident von Landis+Gyr und Ascom. Das ist eindeutig zu viel, zumal Landis+Gyr und Ascom durchaus als Turnaround-Situationen betrachtet werden müssen, die nun wirklich die Aufmerksamkeit des Präsidenten benötigen.

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Leser-Kommentare

Matthias Kaiserswerth 11.09.2018 - 08:49

Leider ist die Aussage zu den Multiverwaltungsräten nur zu wahr. Was mich aber auch schreckt sind Firmen wie Richemont, bei denen 20 Personen im VR sitzen – wie kann sich da noch jemand wirklich verantwortlich fühlen?