Unternehmen / Praktikus

Der Praktikus vom 9. Dezember 2017

Die Themen: Aufgepasst auf die Zinskurve, Nestlé soll verkaufen, CS-Manager machen Kasse, Barry Callebaut ist nicht zu stoppen, wie der AHV-Ausgleichsfonds an GV stimmt und Aryztas Picard-Dividende.

«Eine Krise braucht viel länger, bis sie kommt, als du denkst, und dann geschieht sie viel schneller, als du gedacht hast.»
Rüdiger Dornbusch (1942–2002)
deutsch-amerikanischer Ökonom

Lieber Investor

Ich weiss nicht, wie es Ihnen geht – mich jedenfalls interessieren gute Grafiken, die entweder überraschende Zusammenhänge zeigen oder komplexe Themen vereinfacht darstellen. Aber es gibt auch simple Kurvencharts, die mich faszinieren, und ich gebe Ihnen hier einen mit, sozusagen meinen Chart of the Week (kurzer Werbespot: «Finanz und Wirtschaft» publiziert immer einen «Chart des Tages»).

Mein Chart der Woche zeigt die Differenz der Renditen der zehnjährigen und der zweijährigen US-Staatsanleihen. Meistens ist diese Zahl positiv, denn in der Regel wird für eine längere Bindungsdauer ein höherer Zins bezahlt. Derzeit steht die Differenz auf etwas über 50 Basispunkten, so gering war sie seit Ende 2007 nicht mehr. Je geringer die Differenz, desto nervöser werden die Finanzmärkte. Sinkende Differenz bedeutet eine Abflachung der Zinskurve, also dass die Märkte nicht so recht an den Aufschwung und die dadurch anziehende Inflation glauben. Würden sie es tun, verkauften Anleger massenweise zehnjährige Bonds. So entsteht die Situation, dass die Notenbank – wie vermutlich kommenden Mittwoch – die Zinsen erhöht, aber dadurch nur das kurze Ende der Zinskurve beeindruckt. Nun gut, auch wenn der Abstand derzeit ziemlich gering ist und tendenziell sinkt: Wirklich Angst sollten wir kriegen, wenn die Rendite der zehnjährigen Treasuries unter die der zweijährigen fällt. Dann wäre die Zinskurve invers, und das war in den vergangenen siebzig Jahren ein zuverlässiges Signal für eine anstehende Rezession. Seien Sie gewarnt!

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Leser-Kommentare

Darach Mac Fhionnbhairr 11.12.2017 - 08:44

Als langjaehriger Abonnent dieser Zeitung, habe ich stets gemerkt wie die Haltung der Redaktion die Arzyta Geschaeftsfuehrung gegenueber unaufhaltsam abschaetzend einzureihen ist.

Dennoch der Ausdruck in Zeile Vier der Titel: “AHV verweigert Entlasstung” stellt eine Unverschaemtheit dar, die in einer Zeitung dieser Qualitaet mehr zu bedauern ist.

Felicitas Kesselring 12.12.2017 - 09:32

Nein