Unternehmen / Praktikus

Der Praktikus vom 9. Juni 2021

Die Themen: Was Clariants Selbsthilfegruppe erreichen kann, der Zungenbrecher Klappenstellantriebe, die Sendepause der CS und Hans Zieglers Signale.

«Mit Geld kann man viele Freunde kaufen – aber selten ist einer seinen Preis wert.»
Josephine Baker
Amerikan.-franz. Tänzerin (1906–1975)

Liebe Investorin, lieber Investor

Aktionäre sind nicht dazu da, es einem Unternehmen einfach zu machen. Steine in den Weg legen sollten sie ihm aber auch nicht. Doch genau das tut der Petrochemiekonzern Sabic bei Clariant, wenn er sagt, keine grosse Übernahme und auch keine Fusion unterstützen zu wollen, und stattdessen lieber Sonderausschüttungen einsammelt. Ein solcher Grossaktionär – Sabic hält gut 32% – ist kein guter Aktionär.

Es ist nicht Clariants Fehler, wenn die Saudis mit 34 Fr. je Titel einen viel zu hohen Einstiegspreis gezahlt haben. Verstehen kann ich dagegen, dass sie mit der Leistung des Spezialchemieanbieters nicht zufrieden sind. Aber das ist zum einen ein altes Thema, und zum anderen sollte ihnen auch klar gewesen sein, dass sie mit ihrem Anteil in einer Aktionärsdemokratie nur bedingt Einfluss nehmen können. Sollte.

Clariant in guten Händen?

Was die Leistung angeht, sehen Finanzinvestoren in Clariant viel «Selbsthilfepotenzial», die Möglichkeit also, Kosten rauszunehmen und auch höhere Preise durchzusetzen. Die neue Spitze von VR und GL scheint dies ähnlich zu sehen. Das lässt mich hoffen. Dieser Text ist für Abonnentinnen und Abonnenten reserviert. Digital 5 Wochen ab CHF 20.– Jetzt testen Bereits abonniert?