Unternehmen / Finanz

Der Rettungsanker hält

Ein Jahr nach dem Covid-19-Kreditprogramm ziehen Banken und Behörden eine positive Bilanz. Gewinn und Verlust dürften sich für die Banken in etwa die Waage halten.

Zukunftsangst und Ungewissheit waren hoch vor einem Jahr. Die erste Welle der Covid-19-Pandemie hatte die Schweiz im Griff. Mitte März schickte der Bundesrat Wirtschaft und Bevölkerung in den Shutdown. Zahlreiche Unternehmen, vor allem kleinere und mittlere Betriebe, wussten auf einen Schlag nicht mehr, wie sie Löhne und Rechnungen bezahlen sollten. Für viele eine existenzielle Situation.

Zur Rettung stampften Bund und Finanzplatz innerhalb weniger Tage eine Finanzierung aus dem Boden. Am 25. März verabschiedete der Bund das Covid-19-Kreditprogramm in der Solidarbürgschaftsverordnung. Die Parameter sind bekannt: Bis zu einer Summe von 0,5 Mio. Fr. trägt der Bund das vollständige Risiko und das Unternehmen muss keinen Zins bezahlen. Bis zu 20 Mio. Fr. übernimmt der Bund 85%, die Banken tragen 15%. Vor allem die komplette Übernahme des Risikos hat Fachleute erstaunt. Bei staatlichen Kreditprogrammen im Ausland, etwa in Spanien oder Portugal, mussten die Banken zumindest einen Teil des Risikos mittragen, was die Verbindlichkeit und Sorgfalt bei der Kreditvergabe erhöht.

Roboter im Einsatz

Bern verlangte bei der Umsetzung des Programms in erster Linie jedoch Geschwindigkeit. Diese stellte die teilnehmenden Banken vor grosse Herausforderungen, sagt Andreas Diemant, Leiter der Division Corporate Banking der Banque Cantonale Vaudoise (BCV), die neben Credit Suisse, UBS, Raiffeisen und der Zürcher Kantonalbank an der Ausarbeitung des Programms beteiligt war. «Wir mussten uns im Rahmen der fünf Kernbanken untereinander abstimmen und gleichzeitig mit den politischen Behörden koordinieren», sagt er. Parallel dazu kam die interne Umsetzung. Die zweitgrösste Kantonalbank prüfte innert kurzer Zeit über 6000 Anträge und stellte die unmittelbare Auszahlung der Gelder sicher. Dieser Text ist für Abonnentinnen und Abonnenten reserviert. Digital 5 Wochen ab CHF 20.– Jetzt testen Bereits abonniert?

Leser-Kommentare