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Blogs / Momentum

Der S&P 500 schafft 2500

Sandro Rosa
Das weltweit wichtigste Börsenbarometer hat vor dem Wochenende die Marke von 2500 erreicht. FuW zeigt den amerikanischen S&P 500 in fünf Grafiken.

In der Freitagssitzung schaffte er es dann doch noch: Der S&P 500 (SP500 2500.6 -0.3%) schloss knapp auf über 2500. Grund für einen genauen Blick auf den führenden Aktienindex.

Im September hat der Index bislang rund 1% zugelegt, obschon dies statistisch gesehen der schwierigste Börsenmonat überhaupt ist. Im Durchschnitt verlor der S&P 500 in diesem Monat nämlich jeweils rund 1% an Wert. Seit Jahresanfang beläuft sich der Zuwachs des S&P 500 auf ansehnliche 11,7%.

Ein Blick in die Vergangenheit zeigt, dass das zwar eine ordentliche, aber noch keine aussergewöhnliche Performance ist. In den vergangenen sechzig Jahren – am 4. März 1957 wurde der S&P 500 ins Leben gerufen – warf der Index eine mittlere jährliche Rendite (ohne Berücksichtigung der Dividenden) von rund 7% ab.

In 43 Jahren resultierte eine positive Rendite, in 17 eine negative. Jedes dritte Jahr schloss der S&P 500 mindestens 15% im Plus. Vier Mal – letztmals 1997 – verbuchte er gar einen Zuwachs von über 30% (vgl. Grafik). Die Performance von bislang 11,5% befindet sich gerade in dem Bereich, der historisch am häufigsten vorkam. Zehn Mal (elf Mal, zählt man 2017 auch dazu) kletterte das Börsenbarometer zwischen 10 und 15% in die Höhe.

Den letzten Meilenstein hat der S&P 500 vor etwas mehr als drei Jahren, am 26. August 2014, erreicht. Damals schloss er erstmals über der 2000er-Marke. Die Hürde von 100 Punkten nahm er erstmals am 4. Juni 1968. Den Stand von 500 übertraf er am 24. März 1995. Nur gerade knapp drei Jahre später, am 2. Februar 1998, schloss er über 1000.

Die grössten Performancetreiber

Zugute kommt dem Index das grosse Gewicht des Technologiesektors, der 2017 alle anderen Segmente überflügelt hat. Mit 23,5% ist sein Einfluss deutlich grösser als derjenige der zweitwichtigsten Branche, Gesundheit, die es auf einen Indexanteil von knapp 15% schafft.

Der mit Abstand grösste Kursgewinner seit Jahresanfang waren Vertex Pharmaceutical mit einem Plus von 108%. Dahinter folgen NRG Energy (+88%), Align Technology (+92%) und Activision Blizzard (ATVI 64.11 -1.37%) (+80%, vgl. Grafik).

Wichtiger für die Performance des S&P 500 waren allerdings die Indexschwergewichte Apple (AAPL 153.39 -1.72%) (+37%), Facebook (FB 171.11 -0.62%) (+48%), Microsoft (MSFT 74.21 -0.97%) (+20%) und Amazon (AMZN 964.65 -0.88%) (+32%), die alle ebenfalls eindrückliche Kursgewinne verzeichneten.

Sportliche Bewertung

Doch die Kurse scheinen der Gewinnkraft der Unternehmen zunehmend zu enteilen. Das illustriert eine Grafik des US-Marktstrategen Edward Yardeni. So handelt der S&P 500 auf Basis der für die nächsten zwölf Monate geschätzten Gewinne auf einem Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von rund 18 – das ist der höchste Wert der vergangenen zehn Jahre und fast doppelt so hoch wie noch Anfang 2009 (vgl. Grafik).

Andere Kennzahlen wie das Kurs-Umsatz-Verhältnis oder das Shiller-KGV bestätigen die hohe Bewertung. Letzteres vergleicht den aktuellen Preis des S&P 500 mit den durchschnittlichen Gewinnen der vergangenen zehn Jahre. Damit sollen möglichst repräsentative – und nicht nach oben oder nach unten verzerrte – Gewinne in die Bewertung einfliessen.

Auch dieses Bewertungsmass sendet Warnsignale aus: Mit einem Wert von über 30 liegt es klar über dem langjährigen Durchschnitt (vgl. Grafik). Einzig vor der Grossen Depression 1929 und während der Technologieblase 2000 notierte das Shiller-KGV höher. Wer kann es da Fondsmanager John Hussman verübeln, wenn er meint: «Wir beobachten gegenwärtig eine der höchsten Aktienmarktbewertungen der Geschichte.»