Dossier-Bild Ein Artikel aus dem Dossier Historische Währungsunionen
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Der trügerische Erfolg von Bretton Woods

Das Weltwährungssystem war von 1944 bis 1971 relativ stabil. Es zerbrach an wachsenden wirtschaftlichen und politisches Widersprüchen der teilnehmenden Industrieländer.

Noch zu Kriegszeiten, im Juli 1944, trafen sich 730 Delegierte aus 44 alliierten Ländern, um ein neues internationales Währungssystem zu etablieren. Ort des Treffens war das Mount Washington Hotel in Bretton Woods, einem Kurort in den Bergen des US-Bundesstaats New Hampshire. Die Verhandlungen dauerten drei Wochen und mündeten in ein Abkommen, das für die nächsten 37 Jahre Bestand haben sollte.

Drei Punkte waren für das Funktionieren des Währungssystems nach 1945 von entscheidender Bedeutung. Erstens wurden alle Währungen an den US-Dollar gebunden, der als einzige Währung in Gold konvertibel war. Man sprach deshalb auch von einem Dollar-Gold-Standard. Zweitens erlaubte das Bretton-Woods-Abkommen geordnete Auf- und Abwertungen für den Fall, dass sich fundamentale Ungleichgewichte zwischen Überschuss- und Defizitländern einstellten. Und schliesslich erhielt eine neue Institution, der Internationale Währungsfonds (IWF), den Auftrag, mit Krediten zu helfen, wenn ein Land mit temporären Zahlungsbilanzproblemen zu kämpfen hatte.

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