Märkte / Immobilien

Der US-Häusermarkt läuft heiss

Das Angebot an Wohneigentum kann kaum mit der Nachfrage mithalten. Der Preisauftrieb ist beträchtlich. Das weckt ungute Erinnerungen an die Nullerjahre.

Dass sich der Präsident der Schweizerischen Nationalbank, Thomas Jordan, warnend zum Immobilienmarkt in der Schweiz und zu potenziellen Überhitzungserscheinungen äussert, gehört fast schon zum guten Ton einer jeglichen Kommunikation der hiesigen Währungshüter. Erst vor kurzem mahnte er in einem Interview mit der «Schweiz am Wochenende» erneut, dass das jahrelange Tiefzinsumfeld zu hohen Bewertungen von Eigenheimen geführt habe (vgl. Textbox). Daran dürfte sich vorerst nichts ändern. Die Bau- und Immobilienbranche geht als Profiteur aus der Coronakrise hervor.

Jordans Kollegen der US-Notenbank Fed dürften bei einem Blick auf die Entwicklung der dortigen Häuserpreise deutlich beunruhigter sein. Jenseits des Atlantiks hat sich die Preisdynamik bei den Immobilien derart beschleunigt, dass man sich an die Boomjahre 2002 bis 2005 erinnert fühlt. Diese goldenen Jahre für US-Immobilien nahmen mit dem Platzen der Hauspreisblase ein jähes Ende.

Déjà-vu

Je nachdem, welchen Immobilienpreisindex man betrachtet, befindet sich die aktuelle Inflation von Eigenheimen in den USA sogar deutlich über dem Niveau von vor der Subprime-Krise. Die Zuwachsrate, die durch die Bundesbehörde für Wohnbaufinanzierungen (Federal Housing Finance Agency, FHFA) erhoben wird, notierte bereits im März mit 13,9% auf absolutem Rekordniveau. Experten erwarten mit der nächsten Veröffentlichung einen weiteren Anstieg. Während der grossen Bubble im Höchst des Jahres 2005 kam die Jahresveränderung dieses Index knapp unterhalb von 11% zu liegen. Dieser Text ist für Abonnentinnen und Abonnenten reserviert. Digital 5 Wochen ab CHF 20.– Jetzt testen Bereits abonniert?

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