Unternehmen / Finanz

Der zentrale Ertragspfeiler der Banken ist angegriffen

Das anhaltende Negativzinsumfeld bringt Geschäftsbanken zunehmend ins Dilemma. Privatbanken haben das Gröbste bereits hinter sich.

Der Frankenschock traf die Bankbranche in zweierlei Hinsicht: Erstens drifteten im grenzüberschreitenden Geschäft Erträge und Kosten auseinander. Zweitens begann mit dem Negativzinsumfeld eine neue Ära im Zinsgeschäft.

Überdurchschnittlich stark trafen beide Aspekte die Privatbanken: Beispielsweise bei Julius Bär lauten nur gut 10% der Kundengelder auf Franken. Der Rest ist in ausländischen Währungen denominiert. Die verwaltete Vermögensbasis verkleinerte sich umgerechnet in Franken parallel zu dessen Aufwertung – mit Auswirkungen auf die eingenommenen Gebühren. Denn diese werden meist in der Depotwährung erhoben. Gleichzeitig blieb der mehrheitlich in Franken anfallende Kostenblock von den Währungsverschiebungen kaum tangiert. Ausserdem führte das Regime einer Freigrenze für bei der Nationalbank deponierte Gelder dazu, dass Privatbanken stärker als Geschäftsbanken belastet wurden. Die Frankenaufwertung und das neue Zinsregime drückten so über Nacht auf Marge und Gewinn. Die Situation bei den Privatbanken hat sich seither jedoch stabilisiert. Neu akquirierte Gelder wirken trotz der Belastung durch Negativzinsen, die an die Nationalbank geleistet werden müssen, gewinnsteigernd – wenn auch auf gedämpftem Margenniveau.

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