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«Designers Choice», Folge 18: Kim Teys Beavers, Associate Director Creative Consulting im Münchner Studio von Designworks, über Luxus, Handwerk und Britishness.

Der Luxusbegriff wird gern reduziert auf «das, was niemand braucht». Doch im Luxus steckt sehr viel mehr Bedeutung. So trägt er eine starke kulturelle Komponente in sich. Während Luxus im deutschsprachigen Raum traditionell eng mit Handwerk und noch mehr mit Ingenieurskunst verknüpft ist, zeigt ein Blick in andere Länder eine ausgeprägte Ausrichtung auf das Sinnliche und Körperliche.

Die britische Marke Burberry Prorsum gibt mit der kürzlich auf den Markt gebrachten St. Ives Bag einen tiefen Einblick in die kulturelle Vergangenheit ihres Heimatlandes. Die Tasche ist in jeder Hinsicht aussergewöhnlich. Sie ist handbemalt, und ihre assoziationsreiche Gestaltung lädt dazu ein, genauer hinzusehen und hinzufühlen. Wie die meisten Produkte der Marke Burberry spielt auch dieser Weekender mit den kulturellen Codes Grossbritanniens.

Seine Bemalung erinnert an die britische Art-&-Crafts-Bewegung des 19. Jahrhunderts, deren Hauptanliegen in der Wiedervereinigung von Kunst und Kunsthandwerk bestand.
Das weit über die Tasche gestreckte Blumenmuster ist eine Anspielung auf die Cottage Gardens, eine britische Gartenbautradition, bei der der Garten natürlicher wachsen konnte als bei den streng gestalteten herrschaftlichen, aristokratischen Gärten dieser Zeit.
Die vibrierende Farbigkeit erinnert an die Anfang des 19. Jahrhunderts gegründeten Künstlerkolonien in der Stadt St. Ives an der Küste von Cornwall: Der taubenblaue Hintergrund greift die Farben eines stürmischen britischen Herbsthimmels auf. Das wechselhafte Wetter ist bei uns in Grossbritannien nicht nur ein Klischee, sondern ein wichtiger Aspekt der britischen Kultur.

Für mich ist diese Tasche mehr als ein modischer, urbaner Weekender. Jedes Exemplar erzählt eine individuelle Geschichte und bereichert das Leben seines Träger täglich mit ein wenig Britishness.