Mit gleich drei Motoren und cleverer Kraftverteilung sind der Audi e-tron S und sein Bruder, der e-tron S Sportback, sportlicher als je zuvor. Möglich macht es eine Weltneuheit im Grossserien-Automobilbau, sagt Audi. Denn die Ingolstädter verbauen in ihren e-tron-S-Modellen jeweils eine E-Maschine an der Vorderachse und zwei getrennte Motoren an der Hinterachse. Das führt in Summe zu einer Boost-Leistung von 503 PS und heftigen 973 Nm.

An den Rädern liegt dank Untersetzungsgetriebe sogar noch mehr Kraft an. Und hier liegt auch der grösste Trick der Audi e-tron S versteckt: elektrisches Torque-Vectoring. Wo früher mit einem Sperrdifferenzial Moment nur verteilt werden konnte, kann es nun aktiv gestellt werden. Das macht die Fahrt bei Bedarf mehr als dynamisch. So kann der elektrische Sportler bis zu 2000 Nm Momentunterschied auf der Hinterachse erzeugen. Während das eine Rad mit 1000 Nm nach vorn schiebt, erzeugt das andere –1000 Nm. Der Einlenkimpuls dürfte gigantisch sein – und der Effekt selbst auf alltägliches Fahren mehr als spürbar.

Die Regelelektronik der Audi e-tron S wurde an die neuen Möglichkeiten an­gepasst. Schon im Sport-Modus lässt sie zarte und jederzeit kontrollierte Powerslides zu, mit dem Wissen, dass es viel einfacher zu kontrollieren ist als bei einem herkömmlich angetriebenen Auto.

«Sport Plus» bedeutet übrigens: Helfer aus, nur Fahrer und das Auto entscheiden über Sieg oder Niederlage. Im Comfort- und im Auto-Modus fahren die elektrischen S-SUV so komfortabel, wie man es von einem Fahrzeug dieser Klasse gewohnt ist. Obwohl die serienmässige Luftfederung in Kombination mit den adaptiven Dämpfern 26 Millimeter tiefergelegt ist, verfügt sie über sehr hohen Restkomfort. Bei Bedarf lässt sich der Audi e-tron S natürlich auch in den erhöhten Offroad-Modus pumpen – bis zu 76 Millimeter ­Höhenunterschied kann das Fahrwerk in diesem Modus von der tiefsten bis in die höchste Stufe einstellen.

Optisch unterscheiden sich die Sportmodelle nicht nur durch die serienmässigen 20-Zoll-Felgen, die auf Wunsch bis zu 22 Zoll vergrössert werden können. Gut 2 Zentimeter breitere Radhäuser unterstreichen die Wuchtigkeit, wie der fast über die ganze Breite verlaufende hintere Diffusor. Auch die Aerotricks an der Front wurden angepasst: Mächtigere Air Curtains und ein konturierter Stossfänger zeigen, hier kommt der Audi e-tron S.

An den technischen Daten für die Batterie hat sich nichts geändert: 95 kWh brutto, davon bleiben 86,5 kWh netto nutzbar, aufgeladen mit bis zu 150 kW über CCS oder serienmässig mit 11kW per Typ2-Wechselstromstecker. Die normalen Audi e-tron mussten kürzlich einen Baustopp hinnehmen. Es gab Verzögerungen in der Lieferkette – ob wegen mangelnder Verfügbarkeit von Batteriezellen oder wegen Corona, ist nicht bekannt.