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Deutsche 5G-Auktion endet bei 6,5 Mrd. €

Vodafone, Telefonica Deutschland und Drillisch geben an der Mobilfunkauktion deutlich mehr als erwartet aus.

(Reuters) Der deutsche Bund hat mit der Versteigerung neuer Mobilfunkfrequenzen über 6,5 Mrd. € eingesammelt. Am Mittwoch endete die 5G-Auktion nach 52 Tagen und 497 einzelnen Bieterrunden, wie die deutsche Bundesnetzagentur mitteilte. Letztlich gaben die vier Teilnehmer Deutsche Telekom (DTE 14.87 -0.87%), Vodafone (VOD 125.9 -1.63%), Telefonica Deutschland und Drillisch (DRI 29.88 -1.19%) deutlich mehr aus als erwartet.

Versteigert wurden insgesamt 420 Megahertz an Frequenzen. Jeweils 130 Megahertz erwarben die Deutsche Telekom für knapp 2,2 Mrd. € und Vodafone für 1,9 Mrd. €. Die United-Internet-Tochter Drillisch, die erstmals bei einer Versteigerung teilgenommen hatte, legte für 70 Megahertz knapp 1,1 Mrd. € auf den Tisch. Telefonica Deutschland, bekannt unter dem Markennamen «O2», ersteigerte 90 Megahertz für 1,4 Mrd. €.

Analysten hatten mit einem Endergebnis zwischen drei und fünf Mrd. € gerechnet. Die Deutsche Telekom kritisierte die nun erreichte Höhe. Die Auktion hinterlasse einen bitteren Nachgeschmack, sagte ein Sprecher. In anderen Ländern sei deutlich weniger geboten worden. Das Geld für den Erwerb der Frequenzen fehle den Netzbetreibern nun beim Netzaufbau.

Der Präsident der deutschen Bundesnetzagentur, Jochen Homann, betonte, die Frequenzen sollten nicht nur für 5G verwendet werden, sondern auch für eine bessere Mobilfunkabdeckung in Deutschland. «Es liegt nun in der Hand der Unternehmen, die Frequenzen zügig zu nutzen und die damit verknüpften Versorgungsauflagen zu erfüllen.» Nach dem Willen der Bonner Behörde müssen etwa bis Ende 2022 mindestens 98% der Haushalte in jedem Bundesland, die Autobahnen und die wichtigsten Bundesstrassen und Schienenwege mit schnellen Datenverbindungen versorgt werden. Die Telekomfirmen hatten das scharf kritisiert.

Das grosse Interesse wurde zum einen auf aggressives Bieten des Debütanten Drillisch zurückgeführt und zum anderen auf die Erwartungen, die mit 5G verknüpft werden. So sollen damit Daten mindestens 100 Mal schneller übertragen werden können als in den aktuellen 4G-Netzen. Bei sehr niedrigen Reaktionszeiten soll die Gefahr von Unterbrechungen während der Übertragung deutlich sinken. Das sind Bedingungen, wie sie für künftige Schlüsseltechnologien nötig sind – etwa das autonome Fahren, virtuelle Realität und Industrie 4.0.

Experten erwarten, dass mit dem Einstieg von Drillisch in die Frequenzauktion ein Preiskampf auf dem ohnehin schon hart umkämpften Mobilfunkmarkt entbrennt. Dies könnte die Margen der Anbieter belasten. Frühere Versteigerungen haben dem Bund mehrere Mrd. € in die Kassen gespült und dauerten drei bis sechs Wochen. Die UMTS-Auktion im Jahr 2000 war mit mehr als 50 Mrd. € das bisher teuerste Bieterverfahren.

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