Märkte / Makro

Deutsche Exporte steigen auf Rekordniveau

Im Juni hat Deutschland ein unerwartet starkes Exportplus erzielt.

(Reuters) Die deutschen Exporteure haben im Juni wegen der guten Nachfrage aus den EU-Ländern, den USA und China eine Rekordeinnahme verbucht. Die Ausfuhren wuchsen um 4,5% im Vergleich zum Vormonat und summierten sich damit auf 134,3 Mrd. €, wie das Statistische Bundesamt am Mittwoch mitteilte. Das ist bereits der dritte Anstieg in Folge nach plus 1,3% im Mai und plus 4,6% im April. Von der Nachrichtenagentur Reuters befragte Ökonomen hatten diesmal lediglich mit einem Wachstum von 1,0% gerechnet.

«Preiserhöhungen können das nominale Exportvolumen erhöhen, ohne dass real tatsächlich mehr exportiert wurde», warnte der Chefvolkswirt der VP Bank (VPBN 83.20 -1.65%), Thomas Gitzel, vor zu viel Euphorie bei der Interpretation der Zahlen. «Preisbereinigt dürfte vom Exportzuwachs weniger übrig bleiben», sagte auch der Chefökonom der Hauck Aufhäuser Lampe Privatbank AG, Alexander Krüger. «Der Außenhandel bleibt vorerst ein konjunkturelles Sorgenkind.»

Die Importe legten im Juni bereits den fünften Monat in Folge zu, allerdings fiel das Plus mit 0,2% deutlich schwächer aus als in den Vormonaten. Die Handelsbilanz – Exporte minus Importe – wies im Juni wieder ein deutliches Plus von 6,4 Mrd. € aus. Im Mai hatte es lediglich bei 0,8 Mrd. € gelegen.

Die meisten deutschen Exporte gingen im Juni in die Vereinigten Staaten. Dorthin wurden kalender- und saisonbereinigt 6,2% mehr Waren exportiert als im Mai, insgesamt summierten sich die US-Exporte damit auf 14,2 Mrd. €. Die Exporte in die Volksrepublik China stiegen um 2,4% auf 8,9 Mrd. €, die nach Großbritannien um 4,2% auf 6,0 Mrd. €. In die Mitgliedstaaten der Europäischen Union (EU) wurden Waren im Wert von 72,9 Mrd. € exportiert und damit um 3,9% mehr als im Vormonat.

Die Stimmung unter den deutschen Exporteuren hat sich zu Beginn der zweiten Jahreshälfte allerdings eingetrübt. Die hierzu vom Ifo-Institut ermittelten Exporterwartungen fielen im Juli auf minus 0,5 Punkte, von plus 3,4 Punkten im Juni. «Die Gasknappheit belastet den Ausblick der deutschen Exportwirtschaft», erklärte das Ifo-Institut.

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