Meinungen

Deutsche ins Depot

Für Aktien aus dem Nachbarland spricht mehr als nur die Risikodiversifikation. Ein Kommentar von FuW-Redaktor Thorsten Riedl.

«Vieles deutet auf ein anhaltend positives Umfeld für deutsche Aktien in den nächsten zwölf bis achtzehn Monaten hin.»

Anleger weltweit leiden unter einer schlimmen Eigenheit: dem Home Bias. Der besagt nichts anderes, als dass Investoren ihr Geld am liebsten in Unternehmen aus dem eigenen Land stecken. Man muss nicht lange überlegen, um die Tücken dieser Strategie zu finden. Wenn sich der Lebensmittelpunkt, die Arbeit, vielleicht sogar das Eigenheim schon in einem Land befinden, sollte wenigstens das Geld über die Grenzen der Heimat hinaus arbeiten. Unter dem Gesichtspunkt der Diversifikation eigentlich logisch.

Doch selbst Profis tun sich schwer: UBS (UBSG 16.08 +1.10%) hat herausgefunden, dass bei hiesigen Pensionskassen der durchschnittliche Anteil an Schweizer Papieren am Gesamtaktienengagement 30% beträgt. Gemessen am MSCI All Countries World Index sollten Schweizer Aktien aber lediglich 3% ausmachen.

Hand aufs Herz: Schlagen Sie sich besser als die Profis? Wahrscheinlich nicht. Dabei liegt das Gute doch so nah. Der deutsche Aktienindex Dax hat sich in diesem Jahr fast so gut behauptet wie der US-Index S&P 500. Experten erwarten bei den Nachbarn moderate Inflation, niedrige Zinsen, eine Erholung der Konjunktur, vorläufig kein Ende des Geldflusses vonseiten der Zentralbanken. Und damit ein anhaltend positives Umfeld für deutsche Valoren auf die nächsten zwölf bis achtzehn Monate.

Die Erweiterung des Dax um zehn auf vierzig Titel im Herbst macht den Index repräsentativer und auch attraktiver. Es gibt derzeit also mehr Gründe als nur den der Risikostreuung, einen Blick über die Landesgrenzen auf deutsche Aktien zu werfen.