Märkte / Makro

Deutschland: Exporterwartungen steigen erneut

Trotz des Ukrainekrieges und der Lockdowns in China hat sich die Stimmung der Exporteure im Mai weiter aufgehellt.

(AWP) Die Stimmung unter den deutschen Exporteuren hat sich im Mai ungeachtet des Ukraine-Krieges und der Corona-Lockdowns in China den zweiten Monat in Folge aufgehellt. Das Barometer für die Exporterwartungen legte um 1,5 auf 4,5 Punkte zu, wie das Münchner Ifo-Institut am Dienstag zu seiner monatlichen Unternehmensumfrage mitteilte. «Die deutsche Industrie bleibt aber vorsichtig», sagte Ifo-Präsident Clemens Fuest dazu. «Logistikprobleme stellen weiterhin eine grosse Belastung dar.» Eine grosse Dynamik bei den Ausfuhren zeichne sich daher im Moment nicht ab.

Nach zuletzt sehr pessimistischen Einschätzungen haben sich die Exportaussichten in der Automobilindustrie – die etwa unter einem Mangel an Mikrochips leidet – wieder erholt. Dennoch rechnen die Hersteller im Moment mit keinen grösseren Zuwächsen bei den Auslandsumsätzen. Die Hersteller von elektrischen Ausrüstungen erwarten weiterhin kontinuierliche Exportzuwächse. «Im Maschinenbau herrscht vorsichtiger Optimismus mit Blick auf das Auslandsgeschäft», so Fuest. Die Nahrungsmittelhersteller rechnen mit leichten Rückgängen bei den Exporten in den kommenden drei Monaten, ebenso die Textilindustrie.

Von der Bundesbank befragte Industrieunternehmen gehen wegen des Ukraine-Kriegs davon aus, dass die Produktionsverluste im laufenden zweiten Quartal zunehmen und zugleich der Höhepunkt der Probleme in den Lieferketten erreicht wird. Danach dürften die Produktionsverluste nach und nach abklingen. «Allerdings erwarten die Unternehmen selbst im Jahr 2024 noch merkliche Produktionsverluste durch Lieferengpässe», so die Bundesbank in ihrem aktuellen Monatsbericht. Neben dem Krieg belasten auch die rigorosen Lockdowns in China, von wo Deutschland zuletzt rund 15% seiner importierten Vorprodukte bezog. Dort stauen sich etwa vor dem riesigen Handelshafen Shanghai die Containerschiffe, nachdem die Metropole in einen wochenlangen Corona-Lockdown geschickt wurde.

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