«Demokratie» ist keine exakte Wissenschaft, weder in der politischen Praxis noch in der theoretischen Definition. Diese Darstellung von Visualcapitalist stützt sich auf eine Harvard-Studie, die folgende Kriterien anwendet, und zwar nur auf souveräne Staaten: Die Exekutive wird direkt oder indirekt vom Volk gewählt und ist entweder direkt dem Volk oder aber der Legislative gegenüber verantwortlich; die Legislative wird in allgemeinen freien Wahlen bestimmt; eine Mehrheit der erwachsenen Männer hat das Wahlrecht – das Frauenstimmrecht wurde in den meisten Fällen erst nach dem Ersten Weltkrieg eingeführt. Ein weiteres Kriterium ist die Konstanz. So entstand nach der Revolution ab 1789 in Frankreich keine Demokratie von Dauer; letztmals wurde das Land von der Nazi-Besatzung bzw. vom Vichy-Regime autoritär regiert. Nach diesen durchaus hinterfragbaren Massstäben sind die USA die älteste bestehende Demokratie, auf der Grundlage der 1787 verabschiedeten Verfassung. 1848 folgte, nach dem Sonderbundskrieg, der neu errichtete Bundesstaat Schweiz, dessen Verfassung damals streckenweise der amerikanischen nachgebildet wurde; die Rede war denn auch zeitweilig von den beiden «Sister Republics». Als drittälteste Demokratie gilt hier Neuseeland, das sich rühmen darf, bereits 1893 das Frauenstimmrecht eingeführt zu haben. Die Eidgenossen haben das erst 1971 geschafft.