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Aktie im Blickpunkt

Lufthansa brechen wieder einmal ein.

Carlo Emanuele Frezza

Die wieder deutlich steigenden Infektionszahlen haben in den meisten europäischen Ländern den Anlegern den Handelstag verdorben. Besonders gelitten hat am Donnerstag die Luftfahrtbranche. Sorgen um neue Einschränkungen im weltweiten Reiseverkehr haben sämtliche Aktien von Fluggesellschaften ins Minus gedrückt. In Deutschland gehörten Lufthansa (LHA 7.242 -0.58%) zu den klaren Verlierern. Mit einem Verlust von rund 3,6% bewegten sich die Titel des ehemaligen Dax-Konzerns im Index der sechzig mittelgrossen Werte (MDax) im hinteren Bereich des Tableaus.

Nach dem Tief im März hatten sich Lufthansa bis Juni auf 12.56 € erholt, in Erwartung staatlicher Rettungsaktionen, bei denen der Staat Deutschland Aktien übernommen hatte. Danach ging es stetig bergab. Neue Einschnitte mit einem weiteren Abbau der Kapazitäten und die inzwischen wieder stärker aufflammende Coronakrise setzen dem Mutterkonzern der hiesigen Fluggesellschaft Swiss zu. Am Donnerstag schlossen die Titel bei 7.54 €. Das entspricht im Jahresverlauf einem Minus von über 50%. Der einst so stolze Kranich kommt inzwischen auf einen Börsenwert von lediglich rund 4 Mrd. €.

Entspannung ist nicht in Sicht – im Gegenteil. Die meisten Analysten empfehlen Lufthansa nach wie vor zum Verkauf. Auch weil es weitere Unterstützung vonseiten der Politik vorerst nicht gibt. Demzufolge kämpft die Fluggesellschaft in naher Zukunft weiterhin mit einem rasanten Geldabfluss. Das hat CEO Carsten Spohr erst vor wenigen Tagen bestätigt: «Wir verlieren trotz Staatshilfe noch immer alle neunzig Minuten ungefähr eine 1 Mio. €.» Dies summiere sich auf rund 500 Mio. € Liquidität, die monatlich abfliesse, sagte er. Trotz dieser angespannten Situation und der getrübten Aussichten gibt sich der Lufthansa-Chef «absolut» sicher, dass die Fluggesellschaft die Coronakrise überstehen werde.

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