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Die Aktie im Blickpunkt

Delivery Hero versetzt Anleger in Kaufstimmung.

Carlo Emanuele Frezza

Gleich mit zwei Neuigkeiten hat Delivery Hero (DHER 91.66 -0.89%) in den vergangenen beiden Tagen für Schlagzeilen gesorgt. Die Aktionäre haben sie mit Freude zur Kenntnis genommen und zugekauft. Am Mittwochabend gab der deutsche Essenslieferdienst bekannt, dass er sein Geschäft mit dem Zukauf von Glovo in Lateinamerika verstärkt. Am Donnerstag legte er nach und kündigte an, mit seiner Marke Foodpanda in Japan an den Start zu gehen.

Mit der Übernahme des auf On-Demand-Lieferungen spezialisierten Start-up-Unternehmens Glovo erweitert Delivery Hero die Präsenz in Lateinamerika um fünf Länder. Für die Branche ist diese Region die am schnellsten wachsende ausserhalb von Asien-Pazifik. Mit diesem Argument erklärt auch CEO Niklas Östberg die 230 Mio. € teure Transaktion: «Lateinamerika ist eine Region mit aussergewöhnlichem Wachstumspotenzial für Onlinelieferungen.» Der Lieferdienst ist auf dem Kontinent inzwischen in acht Ländern vertreten. In Mexiko und Brasilien, wo sich bis zu zwei Drittel der Kaufkraft und der Bevölkerung des Kontinents konzentrieren, ist er dagegen noch nicht präsent.

Die zweite Nachricht, die die Anleger in Kaufstimmung versetzte, folgte am Donnerstag. Delivery Hero tritt in den japanischen Markt ein. Für den Lieferdienst ist Nippon der erste Markt, in den er seit Ausbruch der Coronakrise neu einsteigt. Mit seiner Marke Foodpanda wird er Mahlzeiten von Restaurants ausliefern und versuchen, Uber (UBER 36.75 0.14%) Eats die Stirn zu bieten. Das verspricht Östberg den Anlegern: «Wir werden Uber Eats richtig herausfordern. Wir werden ein grösseres Angebot haben und schneller sein als unsere Wettbewerber.»

Die Aktionäre haben sich von diesen Versprechungen anstecken lassen. Die Titel avancierten am Donnerstag knapp 3% und waren die klaren Tagesgewinner im deutschen Leitindex Dax (DAX 12645.75 0.82%). Seit sie vor wenigen Wochen in die höchste Börsenliga aufgestiegen sind, ist der Kurs gesunken. Die Investoren waren enttäuscht von den Halbjahreszahlen mit einem hohen Vorsteuerverlust von 460 Mio. € bei einem Umsatz von 958 Mio. €.

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